Geologen befürchten Felssturz schon in den kommenden Tagen
Die Kantonsstrasse von Brienz/Brinzauls nach Lantsch/Lenz bleibt bis mindestens Dienstagvormittag gesperrt und die Postautokurse zwischen Lantsch/Lenz und Surava verkehren über Tiefencastel. Dies, weil Geologen in den kommenden Tagen einen Felssturz erwarten, der die Strasse erreichen kann. Die Basis des Bereichs «Insel» im Brienzer Rutsch hat sich in den vergangenen Tagen noch einmal markant beschleunigt, wie es in einer Medienmitteilung des Gemeindeführungsstabes Albula/Alvra heisst. Für das Dorf bestehe keine akute Gefahr.
Ein Vielfaches der gewohnten Blockschläge
Wie es in der Mitteilung weiter heisst, dürfte der westliche Teil der Basis der «Insel» in den nächsten Tagen als Felssturz mit einem geschätzten Volumen von wenigen 10'000 Kubikmetern abstürzen. Das sei ein Vielfaches der gewohnten Blockschläge. Die Fachleute gehen davon aus, dass der grösste Teil des abstürzenden Materials in der Geröllhalde liegen bleiben wird. Der Rest des Bereichs «Insel» könnte in den nächsten Monaten abstürzen oder abrutschen.
Ein Felssturz ist ein Abstürzen von Felsmassen mittlerer Grösse in hoher Geschwindigkeit. Felsstürze sind grösser als die ob Brienz/Brinzauls gewohnten Steinschläge/Blockschläge, aber kleiner als Bergstürze wie das Ereignis am Piz Cengalo bei Bondo 2017, wie es in der Mitteilung heisst.
Abstürzende Felsmassen zwischen einigen hundert und mehreren hunderttausend Kubikmetern werden als Felsstürze bezeichnet.