Französische Welterbe-Gruppe besucht Glarner Tektonikarena
Im Taminatal und im Glarnerland liessen sich Politiker, Chefbeamte, Touristiker und Projektverantwortliche rund um das neu eingeschriebene Weltnaturerbe «Chaîne des Puys – Limagne fault tectonic arena» für eigene Umsetzungsmassnahmen inspirieren. Das Gebiet, das im französischen Département Puy-de-Dôme im Zentralmassiv liegt und einzigartige geologischen Werte aufweist, wurde von der Unesco 2018 auf die Liste der Weltnatur-Erbestätten gesetzt.
Sichtbarstes Zeichen der Gebirgsentstehung bilden dort ein markanter Bruch in der Landschaft und eine eindrückliche Kette junger vulkanischer Berge. Diese Welterbestätte symbolisiert damit die erste Phase eines entstehenden Gebirges. Als Bezeichnung für das neue Weltnaturerbe wurde nach dem Vorbild der Schweizer Tektonikarena Sardona der Name «Chaîne des Puys – Limagne fault tectonic arena» gewählt.
Eine Gruppe aus Gemeinderäten, Chefbeamten, Touristikern und Projektverantwortlichen aus diesem französischen Welterbe verbrachte einige Tage in der Welterberegion Sardona. Ziele waren ein Erfahrungsaustausch und der Aufbau einer längerfristigen Zusammenarbeit.
Besuch im Taminatal
Nach einer Übernachtung in Vättis stellte Welterbe-Geschäftsführer Harry Keel der Delegation aus Frankreich die Tektonikarena Sardona in einem Referat und einer Arbeitssitzung vor. Speziell interessiert zeigten sich die Besucher an einer Beurteilung der ersten zehn Betriebsjahre, an organisatorischen Fragen, an der Zusammenarbeit mit Interessengruppen, an der touristischen Entwicklung und am Aufbau von Kooperationen.
Nach einem intensiven Vormittag im Hotel «Tamina» besuchte die Gruppe die Malanseralp im Calfeisental, wo Themen wie Geologie, Alp- und Waldwirtschaft sowie Natur- und Landschaftsgeschichte besprochen wurden. Leider blieben die höchsten Berggipfel und die «magische Linie» der Glarner Hauptüberschiebung hinter den Wolken verborgen. Immerhin machte ein Bartgeier seine kurze Aufwartung.