Estlands Verteidigungsminister: Nato-Kampfjets schiessen Drohne ab
Nato-Kampfjets haben über Estland eine Drohne abgeschossen, die in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingedrungen war.
Nach Angaben von Verteidigungsminister Hanno Pevkur handelt es sich um den ersten Abschuss dieser Art. Rumänische F-16-Jets hätten die Drohne über dem Võrtsjärv-See im Süden des Landes vom Himmel geholt. Sie stürzte demnach in einem sumpfigen Gebiet ab, die Suche dauere noch an. Die estnische Sicherheitspolizei leite die Ermittlungen.
Pevkur zufolge soll es sich vermutlich um ein ukrainisches Flugobjekt handeln, das mutmasslich auf russische Ziele gerichtet war. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht. Nach Angaben des estnischen Brigadegenerals Riivo Valge sei die Drohne vor dem Abschuss visuell gesichtet und mit der ersten Rakete getroffen worden.
Estland grenzt im Osten an Russland. Die Streitkräfte hatten zuvor Warnungen über eine mögliche Bedrohung für den Süden des Baltenstaats veröffentlicht. Auch im benachbarten Lettland wurde die Bevölkerung von mehreren Regionen nahe der Grenze zu Russland gewarnt. Nach Armeeangaben durchquerte höchstwahrscheinlich eine Drohne den lettischen Luftraum. Ob es sich dabei um dasselbe Flugobjekt handelte, das über Estland abgeschossen wurde, blieb zunächst unklar.
Estlands Aussenminister: Nato funktioniert
Estland, Lettland und Litauen besitzen keine eigenen Kampfjets. Die Nato sichert deshalb bereits seit 2004 den baltischen Luftraum. Dazu verlegen die Verbündeten im regelmässigen Wechsel Kampfflugzeuge samt Personal in die Ostseestaaten im Nordosten Europas. Die rumänischen Maschinen sind auf der litauischen Luftwaffenbasis Siauliai stationiert.
«Der Abschuss einer Drohne, die in den estnischen Luftraum eingedrungen war, beweist eines ganz klar: Die Nato funktioniert», schrieb Aussenminister Margus Tsahkna auf der Plattform X. Die schnelle Reaktion zeige, dass die Verbündeten zusammenstünden und bereit seien, jeden Zentimeter des Nato-Gebiets zu verteidigen.