Erstes Kräftemessen mit Jordanien
Mit dem Testspiel gegen Jordanien schliesst das Schweizer Nationalteam am Sonntag den ersten Teil der WM-Vorbereitung ab. Es bietet für Spieler aus der zweiten Reihe die Chance, sich zu beweisen.
Ist die Schweiz bereit für die WM in Kanada, Mexiko und den USA? Ob es am Sonntag bereits eine Antwort auf diese Frage geben wird, scheint unwahrscheinlich. Denn die Woche in St. Gallen war eher ein lockerer Aufgalopp als minutiöse Vorbereitung. Das lag daran, dass die Spieler tröpfchenweise ins Camp in der Ostschweiz eingerückt sind. Von denen, die am Pfingstwochenende noch im Einsatz gestanden waren, stiessen die meisten erst am Donnerstag zum Team. Unter ihnen die Leistungsträger Granit Xhaka, Remo Freuler, Manuel Akanji und Ricardo Rodriguez.
Daher würde es überraschen, wenn Murat Yakin am Sonntag bereits die elf Spieler auf den Platz schicken würde, auf die er auch im ersten Gruppenspiel an der WM setzen wird. Vielmehr dürfte der Schweizer Nationaltrainer das Duell mit WM-Debütant Jordanien nutzen, um nochmals einige Akteure aus der zweiten Reihe zu testen. Für sie bietet sich womöglich die letzte Gelegenheit, sich für möglichst viele WM-Minuten aufzudrängen.
Das zweite Testspiel wird am Samstag, 6. Juni, in San Diego stattfinden. Das Duell mit Australien dürfte dann eher als Hauptprobe für das eine Woche darauf stattfindende WM-Auftaktspiel gegen Katar genutzt werden.
Chance für Muheim und Co.
Gleichwohl ist es dem Team wichtig, mit einem positiven Resultat in die WM-Kampagne zu starten. Zumal den Schweizern nach beiden Testspielen im Frühling (3:4 gegen Deutschland, 0:0 gegen Norwegen) der erste Sieg in diesem Jahr noch fehlt. Man spüre, dass die Energie im Vergleich zu anderen Zusammenzügen nochmals anders sei, sagte Miro Muheim im Vorfeld. «Die Vorfreude ist extrem gross.»
Der Linksverteidiger des Hamburger SV ist einer der Spieler, die bereits am Montag eingerückt sind und sich für Sonntag Hoffnungen auf einen längeren Einsatz machen dürfen. Die Verletzung, die sich Muheim vor einem Monat am Sprunggelenk zugezogen hat, habe er jedenfalls gut verdaut. «Ich bin bereit und hoffe auf einen Einsatz», so der 28-Jährige, der beim HSV zu den Leistungsträgern und Publikumslieblingen gehört, im Nationalteam aber meist die Ersatzrolle hinter Ricardo Rodriguez einnimmt.