Eine fehlerverzeihende Wohnumgebung fördert Autonomie und Mobilität
von Beatrix Jeannottat, Beraterin Haus und Freizeit bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU
Gemäss den Zahlen der BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung, ereignen sich jährlich rund 280 000 Sturzunfälle im Bereich Haus und Freizeit. Die Folgen dieser Stürze sind oft schwerwiegend, insbesondere dann, wenn ältere Menschen betroffen sind.
In vielen Alltagssituationen haben Senioren Probleme, gefährliche Situationen und Hindernisse zu erkennen. Aus diesem Grund plädiert die BFU für eine fehlerverzeihende Wohnumgebung für alle Generationen. Damit ist gemeint, dass Unfallschwerpunkte wie Gebäudezugänge, Treppen und Badezimmer so gestaltet und ausgestattet sind, dass die unfallfreie Nutzung – auch bei Fehltritten oder bei Ablenkung – verbessert wird.
Massnahmen, die Unfälle verhindern
Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Wohnraumanpassung für betagte Bewohnerinnen und Bewohner gelegt werden. Indem sowohl vorausschauend geplante, aber auch an die bestehenden Bedürfnisse angepasste Massnahmen umgesetzt werden, kann die Autonomie und Mobilität der Bewohner und Bewohnerinnen weitgehend erhalten werden. Folgende evidenzbasierte, bauliche Massnahmen helfen, das Leben zu erleichtern und Sturzunfälle zu verhindern:
- Schwellenfreiheit bei allen Zugängen (Zugang zum Haus, vom Parkplatz, zum Briefkasten, Abfallcontainer und Keller) und in der Wohnung (auch zum Balkon).
- Dann das Anbringen von beidseitigen Handläufen an allen Treppen.
- Die kontrastreiche Markierung von Stufenvorderkanten.
- Das Anbringen von stabilen Haltegriffen im Badewannenbereich und in der Dusche, bei Bedarf auch an Balkontüren und bei Türschwellen.
- Rutschhemmende Bodenbeläge im Badezimmer, insbesondere in der Bade- und Duschwanne.
- Eine gleichmässige und blendfreie Ausleuchtung aller Zugangswege und Wohnbereiche.