Ein Paradebeispiel des Synergiennutzens
Wie an so manchen Orten entlang der Promenade gingen in den letzten Tagen auch bei der Englischen Kirche Handwerker ein und aus. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Dies ist eine besondere Baustelle. Denn es handelt sich hierbei um einen sakralen Raum. Dies soll auch während des WEF sichtbar bleiben – so, wie es in den letzten Jahren auch stets war. Ein Medienkonzern zieht auch dieses Jahr ins Gotteshaus ein. Im Chorraum entsteht dabei ein Podium, während im Kirchenschiff je nach Bedarf eine klassische Bestuhlung oder Lounge-Ecken Einzug halten. Im hinteren Teil werden eine Cafeteria und Technikräume Platz finden. «Die Kirche bietet eine spezielle Atmosphäre und wird darum während des WEF sehr geschätzt», erklärt FEG-Pfarrer Marc Schmed im Gespräch mit der DZ.
Keine Widersprüche
Das WEF – das ja oft von KapitalismusKritikern angefeindet wird – und eine Kirche: Geht das zusammen? Ja, findet Schmed. «Es entstehen ja jedes Jahr sehr viele provisorische Bauten während des Jahrestreffens. Das ist aus unserer Sicht nicht immer nachhaltig. So bieten wir lieber unsere Kirche an, damit auch diese sinnvoll genutzt werden kann». Was das Finanzielle anbelangt, so würden die Mieteinnahmen der FEG zwar «ein bisschen helfen», aber das grosse Geschäft mache man nicht. «Wir hätten auch Angebote, die höher sind», sagt Schmed. Aber mit dem jetzigen Mieter sei man sehr zufrieden, und man wisse, dass alles funktioniere. Konkret handle es sich beim Mieter um einen Anbieter, der Firmen im Finanzbereich zusammenbringt. Auch dies beurteilt der Pfarrer ganz unverkrampft. «Kirche und Gesellschaft, das kann durchaus Hand in Hand gehen.»
Mit «doppeltem Boden»
Doch zurück zum Umbau. Damit der Kirchenraum überhaupt multifunktional genutzt werden kann, wird über den Kirchenbänken in rund 1.5 Meter Höhe ein Boden eingezogen. Beim Eingang in die Kirche muss man darum eine kleine Treppe hinaufgehen. «Dass dieser Boden jeweils nur für drei oder vier Tage eingebaut wird, erachteten wir als nicht mehr sinnvoll», meint Schmed. Darum entstand die Idee, den Boden das ganze Jahr über stehen zu lassen und so Synergien mit dem WEF-Umbau zu nutzen. «Heute sind andere Formen des Gottesdienstes wichtig geworden, für die es auch entsprechende Räume braucht. Wichtig sei nicht nur die Predigt, sondern auch das ‹Danach›», so der Pfarrer. Bereits in den letzten Monaten konnte die FEG ihre Kirche in der «modernisierten» Version nutzen. Nicht nur dem Prediger, auch den Gottesdienstteilnehmenden habe diese neue Einrichtung gefallen. Das Ziel sei nun, dass im Anschluss an das WEF 2023 eine definitive Lösung angesteuert werden kann.