Drei Schweizer für die Eishockey-Ewigkeit geehrt
Acht Männer und Frauen werden in diesem Jahr in die Hall of Fame der IIHF aufgenommen. Mit Florence Schelling, Andres Ambühl und Ralph Krueger tragen gleich drei davon das Schweizer Dress.
Torhüterin Florence Schelling erhielt diese Ehre als erste Spielerin der Schweiz. Die 37-Jährige war beim Gewinn der Bronzemedaillen an den Weltmeisterschaften 2012 und den Olympischen Spielen 2014 das Gesicht des Nationalteams, bei den Winterspielen wurde sie zum MVP des Turniers gekürt. Mit der Aufmerksamkeit, die sie generierte, trug sie wesentlich zur positiven Entwicklung im hiesigen Frauen-Eishockey bei. Es war ihr wichtig, mitzuhelfen, dass die Mädchen nun andere Voraussetzungen vorfinden als sie selber zu ihrer Anfangszeit. Nun sei sie stolz zu sehen, wo das Frauen-Eishockey heute stehe, und dass einige nun gar davon leben könnten.
Als Schelling im Alter von acht Jahren im Fernsehen die Olympischen Spiele sah, sagte sie zu ihrer Familie, dass sie dort einmal teilnehmen wolle. Dabei wusste sie damals nicht einmal, dass es in der Schweiz ein Nationalteam der Frauen gab. «Ich sah keine Limiten, sah einfach das Eishockeyspiel, und dieses hatte für mich kein Geschlecht», sagt sie gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Es gibt 1000 Ausreden, warum es nicht geht oder warum etwas nicht gemacht werden sollte.» Es habe sie nicht interessiert, was andere dachten oder was möglich sei: «Ich wollte einfach spielen und besser werden, darauf habe ich mich fokussiert.»
Ausnahme für Ambühl
Normalerweise muss nach dem Karriereende mindestens eine zweijährige Wartezeit vergehen, bevor eine Aufnahme in die Hall of Fame möglich ist. Für Andres Ambühl, der nach der Rekordmarke von 20 WM-Teilnahmen erst im vergangenen Jahr zurücktrat, wurde jedoch eine Ausnahme gemacht, sodass ihm diese Ehre zu Hause zuteilwerden konnte. «Das schätze ich sehr», sagt der 42-Jährige.
Im Mittelpunkt zu stehen, ist Ambühl eher unangenehm. Bei seiner Rede zeigte er insbesondere grosse Gefühle, als er seiner Frau für all ihre Entbehrungen während seiner Abwesenheiten mit dem Nationalteam dankte – vor allem auch, nachdem sie Eltern wurden. «Es sind viele Erinnerungen hochgekommen, vor allem an jene Menschen, die viel für mich geopfert haben», so Ambühl. «Das macht es speziell.»