Flüchtende aus der Ukraine büffeln Deutsch
Derzeit besuchen im Glarnerland etwa 230 erwachsene Flüchtlinge Deutschkurse (kurz DaZ für Deutsch als Zweitsprache). Darunter sind etwa 150 aus der Ukraine. Das teilt der Kanton Glarus mit. Die Schulzimmer der Koordinationsstelle Integration Flüchtlinge befinden sich neu in Oberurnen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass das Gebäude ursprünglich das Hauptquartier der Firma Joseph Egli war, die unter anderem regen Handel mit Russland trieb. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler wird auch in Ziegelbrücke an der Berufsfachschule unterrichtet. In Netstal werden sechs weitere Kurse speziell für Mütter mit ihren Kindern durchgeführt. Zum Kurs fahren die Teilnehmenden mit dem ÖV, für den ihnen Streckenabonnemente ausgestellt werden.
Grosse organisatorische Herausforderungen
Die Zahl der Deutschschüler hat sich seit Ausbruch des Ukraine-Krieges mehr als verdoppelt. Das stellt das neunköpfige Lehrpersonal unter der Leitung von Barbara Keller vor einige organisatorische Herausforderungen. Einerseits sollen Unterschiede im Flüchtlingsstatus keine Rolle spielen und anderseits die Gruppen nach Leistungsfähigkeit und Vorkenntnissen ideal zusammengesetzt sein. Hier unterscheiden sich denn auch die Schülerinnen und Schüler erheblich: Auf der einen Seite gibt es Klassen für Deutsch-Anfänger, auf der anderen Seite Klassen, die auf einen Ausbildungsplatz oder ein Studium vorbereiten. Vermehrt kommen nun auch Senioren zum Deutschunterricht, Personen, die bisher davon ausgingen oder einfach hofften, dass sie bald zurückkehren können und sich der Aufwand nicht lohnen würde, eine fremde Sprache zu lernen.