Ditaji Kambundji die Gejagte, Jason Joseph der Jäger
Wenn am Samstag in Schanghai die Diamond-League-Saison 2026 beginnt, richtet sich der Blick beim Schweizer Trio primär auf Ditaji Kambundji. Auch Jason Joseph und Joceline Wind starten in China.
Acht Monate nach ihrem WM-Titel startet die Bernerin erstmals wieder über 100 m Hürden – und erstmals als Gejagte. Die Ausgangslage hat sich verändert. In Tokio schrieb Ditaji Kambundji im vergangenen September Schweizer Sportgeschichte, als sie in 12,24 Sekunden WM-Gold gewann und als erste Schweizer Freiluft-Weltmeisterin der Leichtathletik jubelte. Seither gehört die Schweizer Sportlerin des Jahres nicht mehr zu den Herausforderinnen, sondern zu den Athletinnen, die alle schlagen wollen. Genau darin liegt vor dem Diamond-League-Auftakt in China der besondere Reiz.
Die 23-Jährige selbst begegnet dieser neuen Rolle mit Ruhe. «Es ist nicht möglich, die ganze Saison 12,24 zu laufen», sagt sie beim Medientreff in Bern mit Blick auf die kommenden Monate. Nicht die Ausreisser nach oben, sondern die Konstanz sei ihr nun zu Saisonbeginn wichtig. Die Konstanz bilde die Voraussetzung, um ihren Triumph zu bestätigen. 2025 lief sie einzig beim Goldlauf unter 12,40 Sekunden. Dies soll heuer regelmässiger der Fall sein, der Durchschnittswert soll sinken.
Gold nach Bronze und Silber?
Heuer ist ihre Planung auf die Europameisterschaften in Birmingham im August ausgerichtet. Dort wolle sie in Bestform sein. Nach Bronze 2022 und Silber 2024 wäre Gold der nächste Schritt an einer EM. Allerdings hat die Hallen-WM in Torun vergangenen März gezeigt: Die internationale Konkurrenz ist eng zusammengerückt und wird immer besser. In Polen verpasste Ditaji Kambundji als Vierte knapp eine Medaille, obwohl sie starke 7,75 lief. Gold gewann Devynne Charlton in Weltrekordzeit von 7,63 Sekunden. «Das Niveau in dieser Disziplin ist so hoch. Das spornt alle an, schneller zu laufen. Es ist ein positiver Kreislauf», meint die Bernerin.
Genau dieses Niveau erwartet die Hürdensprinterin nun auch in China. In Schanghai trifft die Schweizerin unter anderen auf Weltrekordhalterin Tobi Amusan, Olympiasiegerin Masai Russell und die jamaikanische Diamond-League-Siegerin Ackera Nugent. Ditaji Kambundji ist die einzige Europäerin im Feld.