«Die Stimmung hat uns beflügelt»
Der 3:1-Sieg der Schweiz zum WM-Auftakt gegen den Titelverteidiger USA ist ein starkes Statement nach der Unruhe im Umfeld. Die Perspektiven sehen vielversprechend aus.
Wenn 30 Tage vor dem Start zur Heim-WM der erfolgreichste Trainer in der Geschichte des Schweizer Eishockeys freigestellt wird – Patrick Fischer wurde ein gefälschtes Covid-Zertifikat zum Verhängnis –, dann ist das mehr als suboptimal. Innerhalb des Teams gab es viele Gespräche, ehe dieses Thema intern abgeschlossen und nach vorne geschaut wurde.
Cadieux genoss jeden Moment
Dennoch hing die heiss diskutierte «Affäre Fischer» wie ein Damoklesschwert über der Mannschaft, weshalb das erste Spiel von umso grösserer Bedeutung war, gerade auch für den vom Assistenten zum Headcoach aufgestiegenen Jan Cadieux. Und weil Titelverteidiger USA aufzeigte, ob das Team für die grosse Herausforderung bereit ist.
Das waren die Schweizer, die nach zwölf Minuten bereits 2:0 führten und die Partie in der Folge weitgehend im Griff hatten. Es sei ein Sieg des Teams gewesen, sagte Cadieux, der vor der Partie vor dem Gang zur Bank einige Minuten an seine Familie dachte. Danach genoss er «jeden Moment. Ich habe es enfach geliebt, wie die Mannschaft gespielt hat. Das machte meine Arbeit ein wenig einfacher. Wir haben vier Linien mit unterschiedlichen Rollen und jede hat wirklich das gebracht, was wir von ihnen erwartet hatten. Ich sah viele Spieler, die sich für die Mannschaft aufopferten. Das ist das Wichtigste.»
Ein Trio, das harmoniert
Die ersten beiden Tore erzielten Pius Suter (3.) und Sven Andrighetto, die zusammen mit Denis Malgin sozusagen eine ZSC-Sturmlinie bilden. Ersterer steht zwar mittlerweile in der NHL bei den St. Louis Blues unter Vertrag, war in der National League und zuvor schon als Nachwuchsspieler aber ebenfalls bei den Lions tätig. Das Trio harmoniert ausgezeichnet.
«Die anderen beiden wissen eh, wo sie gegenseitig stehen, und ich versuche die Freiräume zu füllen», erklärt Suter. «Letztendlich müssen die Beine bewegt werden, der Rest kommt dann quasi von allein.» Zum Spiel sagte er: «Es war eine Hammer-Atmosphäre. Wir agierten offensiv wie defensiv gut. In den ersten zehn Minuten sind wir geflogen. Wir spielen füreinander, das sieht man. So können wir viel Erfolg haben.»