Die Schweiz kann WM – nur Petrus noch nicht
Endlich ist es mit dem Hockey-Fest losgegangen. Der Auftakt ist gelungen, die Euphorie steigt, die Fans zeigen: Die Schweiz kann WM – nur Petrus hinkt noch etwas hinterher.
Das Bier fliesst in Strömen, im Festzelt in Zürich tanzen die Fans, in Freiburg feiern Besucher aus verschiedenen Ländern die internationale Verbrüderung. Der Start in die Eishockey-WM ist vollauf geglückt – selbstverständlich ist dies nicht.
Der Weg zu diesen Titelkämpfen war ein steiniger. Noch nie musste sich ein Veranstalter so lange auf eine Eishockey-WM gedulden. 17 Jahre ist es her, dass die Weltelite letztmals in der Schweiz ihre Aufwartung machte. 2020 hätte es wieder so weit sein sollen, doch sieben Wochen vor dem Startschuss kam die Absage wegen des Coronavirus. Die Verschiebung hat auch ihr Gutes. Der Zeitpunkt scheint ideal, besser als 2020, da die Schweizer nun nach zwei Finals in Folge so nahe am grossen Coup sind wie nie.
Das Coronavirus sollte sechs Jahre später jedoch noch einmal zum Thema werden. Nach der Entlassung von Nationalcoach Patrick Fischer wegen seines gefälschten Impfzertifikats stand die bange Frage im Raum: Stehen die Fans, von denen viele an Fischer hätten festhalten wollen, noch hinter ihrer Nati?
Gretzky neben Ambühl
Die Antwort nach dem Startwochenende: Sie tun es erst recht und so lautstark wie noch nie. Die Eishockey-WM beweist einmal mehr, was zuweilen bei Olympischen Spielen oder anderen Sport-Grossanlässen vermisst wird. Mit oder ohne Eintrittsticket trifft man sich auf der Fanmeile zum gemeinsamen Feiern.
In Zürich muss man sich die Feier verdienen. Die offizielle Fanzone befindet sich nicht auf dem Weg vom Bahnhof Altstetten zum Stadion, sondern ein paar hundert Meter weiter. Der Umweg hat seinen Reiz, begleitet werden die Besucher von Stars wie Wayne Gretzky, Jaromir Jagr oder Andres Ambühl – «Walk of Legends» nennt sich das.
Legendär ist auch die Hockeybegeisterung in Freiburg. Da die Schweizer in Zürich spielen, ist die Atmosphäre in Freiburg internationaler. Die Kanadier mit dem legendären Sidney Crosby und seinem mutmasslichen Nachfolger Macklin Celebrini zelebrieren hier ihre Kunst. Wenn der 19-jährige Jungstar am Puck ist, geht ein Raunen, zuweilen auch ein Kreischen durch die Arena. Roman Cervenka wird hingegen mit einigen Pfiffen bedacht, in Freiburg hat man seine «Flucht» nach Zürich noch nicht vergessen – auch wenn es bereits acht Jahre her ist.