«Ein intensives Jahr geht zu Ende»
Als ich am 13. Januar dieses Jahres zum ersten Mal mein neues Amt ausüben durfte, war dies auch ein Zurückkommen in den Landratsaal. Pandemiebedingt hatten viele Sitzungen im Kongresshaus durchgeführt werden müssen. Jeder von uns war erleichtert, dass wir somit einen kleinen Schritt zurück in die Normalität machen durften, auch wenn das Tragen der Maske im Januar immer noch Vorschrift war.
Für mich war das vergangene Jahr eine besondere Ehre, aber auch eine Herausforderung, zu Beginn verbunden mit einer gewissen Nervosität und Anspannung – die sich aber im Laufe der Zeit rasch legte. Das vergangene Jahr hat uns alle gefordert. Die Rückkehr zur sogenannten Normalität war und ist nicht ganz so, wie wir uns dies gewünscht hätten. Kaum hatte das Virus etwas von seinem Schrecken verloren, brach in Europa ein Krieg aus. Waren wir nicht alle motiviert, die Erfahrungen und «learnings» der Pandemie dafür zu nutzen, konstruktiv an einer neuen Gesellschafts- und Weltordnung mitzuarbeiten? Auf den Krieg folgte die Energiekrise, was die allgemein verunsicherte Gesellschaft zusätzlich forderte. Doch nicht nur international steckt die Welt zur Zeit in grossen Krisen, auch hier bei uns in Davos stehen viele Probleme auf der Tagesordnung. Im Winter 2021/2022 wurde in letzter Minute der Spengler Cup erneut abgesagt, und das WEF wurde auf den Mai verschoben. Diese Lücken hinterlassen an vielen Orten Spuren, finanzielle Einbussen und zum Teil nicht wieder aufzuholende Umsatzeinbussen.
Auch bei uns in den Landratssitzungen wurden immer wieder über die anstehenden Projekte, Probleme und Herausforderungen unserer Gemeinde Gespräche geführt. Diskutiert wurde über das Generationenprojekt, die Wohnungsnot in Davos, die natürlich in der Pandemie noch verstärkt wurde, aber auch das Agglomerationsprogramm hat immer wieder für sehr viel Gesprächsstoff gesorgt.
Als ich mein Amt angetreten hatte, war mir sehr wichtig – als Politikerin, aber auch als Mensch – gemeinsam für Lösungen zu kämpfen, den Dialog zu suchen und aber vor allem die Pflicht wahrzunehmen, dem Souverän gerecht zu werden, Davos weiterzubringen und keinen Stillstand zuzulassen. Der Grund, weshalb ich vor sechs Jahren in die Politik ging, war, mich aktiv einbringen zu wollen, zu versuchen, etwas zu ändern, und an der Gestaltung von Davos mitzuhelfen. Zu viele Menschen kritisieren und reklamieren – aber bringen sich nirgends in der Gemeinde ein, um wenigstens zu versuchen, auch etwas zu bewirken. Parteiübergreifende Zusammenarbeit habe ich – wo möglich – stets angestrebt, leider und jedoch fast selbstverständlich nie (ganz) erreicht … Doch genau das ist Politik – diskutieren, debattieren und auch mal nicht gleicher Meinung sein.