Das Wunder von Laos – doch das Höhlendrama ist nicht vorbei
Das spektakuläre Happy End für fünf in einer Höhle in Laos eingeschlossene Goldsucher wird von der Ungewissheit über das Schicksal zweier Vermisster überschattet. Die Suche nach ihnen sei wieder aufgenommen worden – doch sie führe die Retter nun in noch schwerer zugängliche Teile des Höhlensystems, sagte der an der Rettungsmission beteiligte australische Höhlentaucher Josh Richards der Deutschen Presse-Agentur. Für die Taucher beginnt damit der womöglich gefährlichste Teil der Mission erst jetzt.
Die Überlebenden werden derweil in einem Krankenhaus behandelt. Sie hätten Verletzungen erlitten, seien aber auf dem Weg der Besserung, bestätigte Richards. Nachdem ein Mann am Freitagabend von Experten aus der Höhle gebracht worden war, hatten sich die vier anderen am Samstag wie durch ein Wunder aus eigener Kraft in Sicherheit gebracht.
Gefangen tief im Berg
Die Männer waren vor mehr als zehn Tagen in einer abgelegenen Höhle der nördlichen Provinz Xaisomboun auf der Suche nach Gold von plötzlich einsetzendem Monsunregen überrascht worden. Wassermassen fluteten das Höhlensystem, zudem gab es einen Erdrutsch. Sieben Männer galten daraufhin als vermisst.
Die Rettungsmission entwickelte sich schnell zu einem internationalen Grosseinsatz mit Spezialisten aus zahlreichen Ländern. Am Mittwoch entdeckten internationale Höhlentaucher schliesslich fünf von ihnen lebend in einer Kammer Hunderte Meter vom Eingang entfernt – hungrig und geschwächt, aber ansonsten unverletzt. Zwei weitere Goldsucher bleiben bis heute verschwunden.
Rettung aus eigener Kraft
Das Drama hatte am Samstag eine gänzlich unerwartete Wendung genommen. Nachdem ein erster Goldsucher am Freitagabend von Spezialisten in einer aufwendigen Aktion aus der Höhle geborgen worden war, schafften es die vier übrigen Männer einen Tag später völlig überraschend selbst ins Freie. Noch wenige Stunden zuvor hatten Experten weitere Bergungsversuche wegen der extremen Risiken für kaum möglich gehalten.