Das Schweizer Fecht-Wunder
Von fünf Team-Weltcups gewannen die Schweizer Degenfechter drei. Nach Vancouver, Fujairah triumphierten die Schweizer erstmals auch in Bern. Ein wahres Fechtwunder!
Denn so einfach sind die Schweizer Siege nicht zu erklären. Alexis Bayard, Lucas Malcotti, Ian Hauri und Sven Vineis belegen in der Einzel-Weltrangliste die Plätze 19, 22, 53 und 60. Einzig Bayard qualifizierte sich über Pfingsten auch im Einzel für die Direktausscheidung der besten 64. Wenn das Quartett indes als Equipe antritt, dann gelingt im Moment alles.
Nach den Weltcups folgen nun die Titelkämpfe: zuerst die Europameisterschaften in Frankreich im Juni, dann die Weltmeisterschaften in Hongkong im Juli. «Für mich wäre es eine herbe Enttäuschung, wenn es an diesen Titelkämpfen nicht zu Medaillen reichen würde», sagt Nationalcoach Daniel Jerant nach dem Sieg in Bern. Der Franzose arbeitet erst seit einem halben Jahr mit den Degenfechtern zusammen; in Bern genoss Jerant der erste Heimauftritt.
Vier Akteure aus den Top 60
Was sagen die Athleten zu den sensationellen Erfolgen? Lucas Malcotti, neben Bayard der zweite Walliser im Nationalteam, fragt zurück: «Nicht schlecht, oder?», um dann gleich selber anzufügen, «Eigentlich ist es unglaublich. Jetzt müssen wir diesen Schwung an die EM und WM mitnehmen.»
Aber wie ist zu erklären, dass die Schweiz mit nur einem Top-20-Athleten (Bayard) und drei weiteren Top-60-Fechtern von Weltcupsieg zu Weltcupsieg eilt. Ungarn (mit 3 Fechtern in den Top 13), Italien (3 in den Top 17) und Weltmeister Japan (3 in den Top 16) scheinen den Schweizern haushoch überlegen.
Max Heinzer, die ehemalige Weltnummer 1 und mittlerweile Verbandspräsident, versucht gegenüber Keystone-SDA zu erklären. «Natürlich sind wir über diese Resultate mega-begeistert. Der neue Nationalcoach (Daniel Jerant) formte das Team zu einer Einheit. Ausserdem denke ich, dass die Schweizer Fechter in der Mannschaft ihre Qualitäten besser ausspielen können.»