Commerzbank weist Unicredit-Angebot als unattraktiv zurück
Unicredit will Deutschlands zweitgrösste Privatbank übernehmen und hat ein Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien vorgelegt. Das lehnt die Frankfurter Bank mit deutlichen Worten ab.
Die Commerzbank lehnt das jüngste Übernahmeangebot der italienischen Unicredit ab. «Die Unicredit bietet den Aktionären der Commerzbank keine angemessene Prämie und hat keinen nachvollziehbaren und belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss vorgelegt», heisst es in einer Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat, die der Dax-Konzern in Frankfurt veröffentlichte. Der Plan sei vage und berge «erhebliche Risiken». Die Unicredit unterschätze Ertragsverluste, überschätze Synergien und rechne mit einer «unrealistischen Umsetzungsdauer».
Vorstand und Aufsichtsrat raten den Commerzbank-Aktionären, das Umtauschangebot nicht abzunehmen. Beide Gremien seien überzeugt, dass die eigenständige Umsetzung der jüngsten Strategie mit erhöhten Gewinnzielen mehr Wert schaffe. «Was die Unicredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich als Restrukturierungsvorschlag, der massiv in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde», sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp.
Unicredit sichert sich Zugriff auf mehr Anteile
Unterdessen sicherte sich die Unicredit den Kaufpreis für weitere Anteile an der Commerzbank. Nach Angaben vom Montag verfügten die Italiener über 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien und hatten über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere 3,22 Prozent. Mit zusammen 29,99 Prozent blieben sie somit knapp unter der Schwelle von 30 Prozent. Insgesamt melden sie jetzt allerdings eine Steigerung der Stimmrechte von 32,64 auf 38,87 Prozent. Darin enthalten sind Kaufpreis-Sicherungen für 8,88 Prozent der Aktien.
Übernahmepoker spitzt sich zu
Die Unicredit aus Mailand hatte Anfang Mai ein freiwilliges Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile vorgelegt. Sie bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. So will die Unicredit bis zum 16. Juni weitere Aktien einsammeln, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, was deutlich teurer wäre. Die Offerte kann bis 3. Juli verlängert werden.