Bündner Südtäler fordern mehr Einbindung in Mafia-Bekämpfung
In Roveredo GR hat am Donnerstag das Treffen zwischen Vertretern der Gemeinden der Region Moesa und Vertretern der Bündner Kantonsverwaltung zum Thema organisierte Kriminalität stattgefunden. Die Gespräche drehten sich um eine stärkere Einbindung der Gemeinden und Forderungen nach einschneidenderen Kontrollen.
Das Treffen erfolgte nach Monaten institutioneller Spannungen. Diese wurden ausgelöst durch internationale Untersuchungen im Zusammenhang mit Drogenhandel und mutmasslicher organisierter Kriminalität.
Dabei standen mehrere Personen mit einer durch Graubünden erteilten Aufenthaltsbewilligung im Fokus. Die Angelegenheit hatte die Debatte über die Erteilung von Bewilligungen, die von den Behörden durchgeführten Kontrollen und den Informationsaustausch zwischen den Kantonen neu entfacht.
Laut dem Vizegemeindepräsident von Roveredo, Decio Cavallini, hat die Aussprache vor allem den Aufbau eines direkten Kontakts mit den Leitern der kantonalen Dienststellen ermöglicht. «Endlich sehen wir sie von Angesicht zu Angesicht, und endlich wissen wir, mit wem wir sprechen müssen», erklärte er gegenüber den Medien am Ende des Treffens.
Zu den von den Gemeinden vorgebrachten Vorschlägen gehört die Definition eines neuen Prozessablaufs zwischen den Gemeindebehörden, der Kantonspolizei und den kantonalen Ämtern. Die Idee ist nun, die operativen Modalitäten, den Informationsaustausch und die Einbindungsebenen der verschiedenen Stellen zu klären.
Mehr Einbindung der Gemeinden
Cavallini erachtet es ausserdem als notwendig, dass sich die Gemeinden verstärkt zu den erteilten Bewilligungen äussern und die auf ihrem Gebiet ansässigen Gesellschaften besser überwachen können. «Es gibt Gesellschaften, die sich im Misox niedergelassen haben und von denen man nicht genau weiss, wem sie gehören oder wie sie funktionieren», sagte er. Er verlangt deshalb eine engere Zusammenarbeit mit dem Handelsregister, dem Arbeitsamt und anderen kantonalen Stellen.