Buckelwal «Timmy» ist tot – und bleibt wohl vor Dänemark
Ein Buckelwal strandet mehrfach vor der deutschen Ostseeküste. Wohl schwach und krank. Gekommen, um in Ruhe zu sterben, schätzen viele Experten. Eine private Initiative mit grosszügigen Geldgebern nimmt sich vor, ihn mit enormem Aufwand zurück ins offene Meer zu transportieren – allen Warnungen renommierter Organisationen zum Trotz. Knapp zwei Wochen später strandet genau dieser Wal tot vor der dänischen Insel Anholt. Zahlreiche Möwen machen sich über seinen Kadaver her. So endet die Geschichte von «Timmy» – dem wohl ersten Buckelwal, dessen Spitznamen ganz Deutschland kennt.
Wie es dazu kam
Als der tote Wal am Donnerstag gesichtet wurde, war die Aufregung in Deutschland gross: Ist es «Timmy» oder nicht? Man schnitt dem Wal ein Stück Schwanzflosse ab, um per Laboranalyse Gewissheit zu bekommen. Doch letztlich war es ein an dem Wal angebrachter GPS-Sender, der Gewissheit brachte: Die private Initiative, die den Wal per Lastkahn in die Nordsee verschiffte, hatte diesen angebracht, um nachverfolgen zu können, wo sich das Tier aufhält. Eine nach Anholt gereiste Tierärztin der Initiative fand gemeinsam mit zwei dänischen Tauchern letztlich den Tracker mit der gleichen Seriennummer am Wal, wie die Behörden mitteilten.
Versuch der Rettung ist gescheitert
Damit ist auch klar: Der Rettungsaktion der privaten Initiative ist gescheitert. Der mehrmals an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandete Wal war von der privaten Initiative mit Hilfe eines Lastkahns ins offene Meer gebracht und am 2. Mai etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt in der Nordsee ausgesetzt worden. Der Ort liegt mehrere hundert Kilometer entfernt von der Insel Anholt. Nach seiner Freilassung blieb unklar, was mit dem Wal geschah, da das Schweriner Umweltministerium – anders als angekündigt – keine Standortdaten übermittelt bekommen habe.
Die Internationale Walfangkommission (IWC) sowie Experten des Deutschen Meeresmuseums und anderer renommierter Organisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals als sehr gering eingeschätzt und dringend von der Aktion abgeraten. Mutmasslich habe sich das Tier mehrfach stranden lassen, um in Ruhe sterben zu können, hiess es von ihnen.