Brückenabenteuer als Besuchermagnet
Hängebrücken haben sich längst zu touristischen Hotspots entwickelt. Fotos in Sozialen Netzwerken wie Instagram belegen es mit reichen Klickzahlen. Auch im Gebiet Solisbrücke in der Gemeinde Albula/Alvra soll es bald ähnlich zu und her gehen – zumindest, wenn die Pläne des Projekts «Aventura Alvra» Realität werden. Gestern Abend wurden die Medien, später die Einheimischen über das von der Standortgemeinde, der Nachbarge-meinde Vaz/Obervaz und der Region Albula getragene Vorhaben orientiert. Das Wichtigste in Kürze: Östlich des bestehenden Restaurants «Solisbrücke» sollen ein Parkplatz für 120 Autos und ein Besucherzentrum entstehen; von dort aus würde eine erste, behindertengerecht ausgeführte und 120 Meter lange Hängebrücke hoch über der Albula und der Staumauer Solis direkt in eine Kaverne in der gegenüberliegenden Felswand führen. Aus der Kaverne wiederum ginge es über eine zweite, 240 Meter lange und nochmals deutlich abenteuerlichere Hängebrücke hinüber zur alten Solisbrücke, durchgehend 60 bis 80 Meter über der Schynschlucht.
Die Durchreisenden ansprechen
Als weiteres Element von «Aventura Alvra» und Endpunkt des Rundgangs würde der Gastrobetrieb der Familie Salzgeber um einen Marktplatz, eine Grillstelle und eine Spielwiese erweitert – zur Zielgruppe des Vorhabens gehören nicht zuletzt Familien, wie an der Medienorientierung betont wurde. Ansprechen wolle man einerseits die vielen Durchreisenden; im Schnitt passieren gemäss Projektplaner David Baselgia von der Firma Crestageo gut 7000 Fahrzeuge pro Tag die Kantonsstrasse bei der Solisbrücke. Aber auch die Gäste aus den umliegenden Tourismusdestinationen und die Einheimischen zählen zu den potenziellen Nutzern der geplanten Infrastruktur.
«Es sollte keine Kopie eines anderen Projekts sein», meinte gestern Jürg Gartmann von der ebenfalls in die Erarbeitung des Vorhabens involvierten Ingenieurfirma Alping.ch. Dafür sorgen sollen nicht nur die total 360 Meter Brückenabenteuer, sondern auch die erwähnte Kaverne, die als «pulsierendes Herzstück» Platz für 30 bis 50 Personen bieten soll und nach Bedarf unterschiedlich bespielt würde. Letztlich, so die Vorstellung der Initianten, soll «Aventura Alvra» das «schlummernde Potenzial» der Schynschlucht nutzen und dabei «Perlen» hervorheben, deren Leuchtkraft bis jetzt «kaum zur Geltung kommt».