Auto in der Linth versenkt – jetzt tauchen die Details auf
Eigentlich ist Schlafenszeit. Schon lange. Nach einer Feier legen sich die Freunde irgendwann nach 3 Uhr aufs Ohr. Auch Tamrat (Name geändert) hat geplant, in der Wohnung seines Kumpels in Weesen zu übernachten. Aber er bleibt wach. Trinkt weiter Bier und Wodka. Dann beginnt er, in der Wohnung herumzustöbern. Und findet auf dem Schuhschrank den Fahrzeugschlüssel eines Kollegen. Ein Ford Fiesta, Firmenauto eines Glarner Betriebs. Seine Kollegen schlafen tief und fest, als er ins Auto steigt. Den Sicherheitsgurt schnallt er nicht an.
Jetzt beginnt Tamrats folgenreiche Fahrt an diesem Sonntagmorgen, dem 20. Juni des letzten Jahres. Der zum Tatzeitpunkt 23-Jährige hat deswegen mittlerweile einen Strafbefehl erhalten. Gemäss diesem fährt er um etwa halb 7 Uhr von Weesen her mit dem Ford Fiesta die Hauptstrasse der Linth entlang. Auf Höhe «Biberlichopf» macht die Linth eine Rechtskurve – und die Hauptstrasse ebenso. Tamrat verpasst sie.
Er überfährt die Sicherheitslinie. Dann kollidiert er mit einem Leitpfosten der Gegenfahrbahn, durchbricht einen Maschendrahtzaun und landet auf dem Wiesland. Fast 60 Meter fährt er über die Wiese. Dann streift er das kleine Gebäude der Pumpstation. Schliesslich stürzt er mit dem Auto über einen Spazierweg und dann 15 Meter die steile Böschung hinunter – bis in die Fluten der Linth.
Die beiden «Retter»
Tamrat kann sich trotz 1,92 Promille intus selbstständig aus dem Auto befreien und an Land schwimmen. Der fehlende Sicherheitsgurt ist in diesem Fall paradoxerweise eine Art Lebensretter. Auf einen menschlichen Retter trifft Tamrat auch noch. An Land hilft ihm eine Drittperson, wie es im Strafbefehl heisst. Ausser einem Schleudertrauma, Schürfungen im Gesicht und einer Prellung des Beckens trägt Tamrat vom Unfall aber nichts davon. Das zeigt sich später im Spital. Den Rest des Tages verbringt der Mann aus der Region in Haft.