Eine gute Saison trotz bitterem Ende
Der HCD ist im Playoff-Halbfinal gegen Titelverteidiger Zug auf schnellstmögliche Art mit vier Niederlagen gescheitert. So unterlegen, wie es die nackten Zahlen sagen, waren die Davoser aber nicht. Das beste Beispiel offenbarte die letzte Partie. Dank eines Treffers von Thomas Wellinger (38.) führten sie bis 19,8 Sekunden vor Ablauf des dritten Drittels. Dann schaffte Gregory Hofmann doch noch den Ausgleich, wobei dem Treffer eine potenzielle Torhüterbehinderung von EVZ-Stürmer Anton Lander an HCD-Goalie Sandro Aeschlimann anhaftet. In der Verlängerung schoss Jan Kovar mit seinem Tor die Zuger bereits nach 45 Sekunden in den Playoff-Final.
Aeschlimanns Leistungen hervorragend
Das Schiedsrichterglück war in der ganzen Halbfinalserie nicht auf Davoser Seite. In der zweiten Partie erzielte Marco Müller 15,2 Sekunden vor Spielende das 2:1 im Powerplay, während Jesse Zgraggen eine höchst fragwürdige Strafe absitzen musste. Und im dritten wurde ein Davoser Treffer von Julian Schmutz zum 1:1 nach Videokonsultation annulliert. Nicht alle Headschiedsrichter hätten so entschieden. Dennoch wäre es völlig falsch, die Schuld für die Halbfinalniederlagen den Refs in die Schuhe zu schieben. Der EVZ erarbeitete sich insgesamt wesentlich mehr hochkarätige Torchancen. Und er war in der Defensive mit dem gewohnt starken Goalie Leonardo Genoni sehr gut organisiert. Am HCD-Goalie lag das Scheitern allerdings nicht. Im Gegenteil. Aeschlimann Leistungen waren hervorragend. Er gab mit sensationellen Paraden seinem Team in jedem Match die Chance zum Gewinnen. Auch die Davoser Defensive gefiel mit soliden, kampfbetonten Auftritten.
Offensive Impotenz gegen Zug
Ungenügend war hingegen im Playoff-Halbfinal die offensive Ausbeute der Davoser mit nur zwei Treffern in vier Spielen. Den Angreifern mangelte es an Durchsetzungsvermögen und Präzision im Abschluss. Sie waren offensichtlich ausgelaugt. Da rächte es sich, dass die Schweizer Leistungsträger Andres Ambühl, Enzo Corvi und Dominik Egli sowie die Ausländer Magnus Nygren, Mathias Bromé, Dennis Rasmussen und Matej Stransky während der ganzen Saison konsequent in den Spezial-Teams, also sowohl im Powerplay als auch im Penaltykilling, zum Einsatz und folglich zu sehr viel Eiszeit kamen. Künftig dürfte es sich lohnen, die Lasten in den Spezial-Teams auf mehr Spieler zu verteilen.