Shamonda-Virus bei Schweizer Kühen: Erster infizierter Mensch gestorben
Bislang waren keine Infektionen mit dem Shamonda-Virus beim Menschen bekannt. Nun wurde es erstmals bei einem Patienten nachgewiesen, der wegen einer schweren Erkrankung in einem Spital in Lyon behandelt wurde. Vor seinem Tod traten Gehirnkomplikationen auf, die laut französischen Behörden sehr wahrscheinlich mit der Infektion zusammenhingen. Es wird weiterhin untersucht, ob das Virus den Tod verursacht oder dazu beigetragen hat. Für die allgemeine Bevölkerung sehen die Behörden derzeit kein Gesundheitsrisiko.
Knapp 200 Fälle in der Schweiz nachgewiesen
In der Schweiz stellte das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) Ende Juli erstmals Infektionen bei Rindern fest. Die Tiere zeigten Fieber, Durchfall und einen Rückgang der Milchproduktion. Später wurde der Erreger auch bei Pferden und in abortierten Rinderföten gefunden.
Bis Mitte Oktober wurden knapp 200 positive Fälle in 22 Kantonen registriert. Laut IVI scheint sich die akute Infektionswelle inzwischen abzuschwächen. Das Institut empfiehlt dennoch, Aborte sowie missgebildete oder gesundheitlich beeinträchtigte Jungtiere auch während des Winters untersuchen zu lassen.
Übertragung durch kleine Stechmücken
Die französischen Behörden vermuten, dass sich der Patient durch den Stich einer Gnitze im Osten Frankreichs infiziert hat. Diese kleinen Stechmücken der Gattung Culicoides übertragen das Virus. In der betreffenden Region waren bereits im Frühjahr und Sommer Infektionen bei Nutztieren gemeldet worden.