Botulismus-Verdacht bei Fleischprodukt: Zwei Personen im Spital – Hersteller warnt | Südostschweiz
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Botulismus-Verdacht bei Fleischprodukt: Zwei Personen im Spital – Hersteller warnt
Im Wallis sind zwei Menschen an Botulismus erkrankt. Als Ursache wird eine Schweinshaxen-Terrine vermutet, die unter anderem auf Walliser Märkten verkauft wurde.
Im Wallis sind zwei Fälle von lebensmittelbedingtem Botulismus festgestellt worden. Beide Betroffenen befinden sich im Spital und wurden mit einem Antitoxin behandelt. Im Verdacht steht eine Schweinshaxen-Terrine des Herstellers Eddy Gaspoz – Le Grand'Joie. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat über die App «RecallSwiss» einen Produktrückruf veröffentlicht.
Schweinshaxen-Terrine in Martigny und Siders verkauft
Das betroffene Fleischprodukt wurde am 3. September 2026 hergestellt und in 360-Gramm-Gläser abgefüllt. Das Haltbarkeitsdatum ist der 2. Juni 2027. Verkauft wurde die Terrine auf den Märkten in Martigny und Siders sowie in bestimmten Metzgereien. Die betroffenen Chargen wurden inzwischen aus dem Handel genommen. Wer ein solches Glas besitzt, soll es weder öffnen noch den Inhalt essen. Der Kanton Wallis fordert dazu auf, das Produkt zu entsorgen.
Laut einer Medienmitteilung des Kantons Waadt vom 7. Oktober wurden insgesamt 20 Gläser produziert. Zwölf davon waren gemäss den damals vorliegenden Angaben bereits zurückgegeben oder konsumiert worden. Für drei weitere verkaufte Gläser war ein Rückruf bei den Kunden vorgesehen.
Botulismus kann zu schweren Lähmungen führen
Botulismus ist eine seltene, aber schwere Vergiftung durch Nervengifte, die von Bakterien gebildet werden. Erste Beschwerden können wenige Stunden oder auch erst mehrere Tage nach dem Verzehr auftreten. Dazu zählen Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen, Doppelbilder sowie Sprech- und Schluckstörungen. Auch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Muskelschwäche sind möglich.
Bei einem schweren Verlauf kann die Atemmuskulatur gelähmt werden. Wer die zurückgerufene Terrine gegessen hat und entsprechende Symptome entwickelt, soll sich deshalb unverzüglich in eine Notaufnahme begeben.
Die Walliser Gesundheitsbehörden haben medizinische Fachpersonen verschiedener Disziplinen über die Erkrankungen informiert. So sollen mögliche weitere Fälle frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Der letzte bekannte Fall von lebensmittelbedingtem Botulismus im Wallis liegt mehr als 30 Jahre zurück. 1994 erkrankten zwölf Personen nach dem Verzehr eines im Zentralwallis verkauften Industrieschinkens, wie Radio Rhône FM berichtete.