«Marco's Pasta-Bar» in Rapperswil: Hier lebt eine 100-jährige Tradition

Die Fischtranchen sind relativ klein. Deshalb nehmen wir an, dass es sich um Albeli (Albulen) handelt. Das ist eine kleine Unterart des Felchens, die einem Rapperswiler Einkaufszentrum den Namen gegeben hat. Die grossen nennt man Balchen. Die Tranchen sind nicht in Bierteig eingehüllt, sondern im Mehl gewendet und frittiert. Sie sind knusprig und schmackhaft. Dazu bekommen wir eine längs halbierte Kartoffel, die in Butter geschwenkt und mit Schnittlauch bestreut ist. Eine würzige Mayonnaise und ein Schnitz Zitrone liegen auch auf dem Teller.
Wir sind begeistert von diesem einfachen und ebenso köstlichen Gericht. Uns gefällt auch, dass wir so viel essen können, wie wir wollen. Zweimal lassen wir nachschöpfen. Zum Preis von 39.50 Franken gibt es neben Felchen à discrétion einen Blattsalat.
Ich fühle mich zurückversetzt in meine Kindheit: An Mittwochnachmittagen angelte ich im Stampf jeweils Dutzende von Läugeli (auch Laube oder Zwiebelfisch genannt). Meine Mutter frittierte die bis zu 15 Zentimeter langen Fische und servierte sie auch mit Kartoffeln und Mayonnaise. Durch die grosse Hitze in der Fritteuse lösten sich die Gräten auf. Dieser Vorteil macht sich auch bei den Felchen bemerkbar: Wir brauchen nur das Rückgrat und die eine oder andere dicke Gräte vom Fisch zu trennen. Das geht ganz einfach.