Ein (fast) perfekter Abend am Egelsee

Wie geht ein perfekter Sommerabend? Ich stelle ihn mir so vor: Nach getaner Arbeit schwimme ich mit meiner Liebsten eine Runde im nicht zu kalten See. Dann legen wir uns auf Badetücher und lassen uns von der Sonne trocknen. Unter dem Vordach eines Restaurants erleben wir bei einem Glas Weissen einen kurzen Regenguss. Etwas später dippe ich Egliknusperli und Pommes frites in Tartarsauce, während meine Liebste ein vegetarisches Thai-Gericht geniesst. Nachdem die Radwege und die Haare trocken sind, fahren wir in der Dämmerung nach Hause.
In unserer Region gibt es mehrere Orte, an denen derlei Wünsche in Erfüllung gehen können. Zum Beispiel diese Woche am Egelsee: Der Moorsee liegt einen halben Kilometer nördlich der Grenze zwischen Rapperswil-Jona und Bubikon. Bei unserem Besuch am Montag ist er mit 28 Grad zwei Grad wärmer als der Zürichsee. Sein Wasser ist – wie es sich für einen Moorsee gehört – bräunlich und trüb. Entstanden ist der See durch ein Stück Toteis, das nach dem Rückzug des einst mächtigen Linthgletschers liegen blieb und beim Abschmelzen eine Senke hinterliess. Auch die Anlage hebt sich von anderen Badeanstalten ab. Es gibt Buchten, Sandstrände, lauschige Plätzchen zwischen Schilfgürteln und unter Birken.
Tische sind bis auf den letzten Platz besetzt
Punkto Essen gehört die Egelsee-Badi in die obere Liga der Region. Das zeigt sich bereits bei unserer Ankunft kurz vor sieben Uhr. Trotz angesagter Gewitterschauer sind die vielen Tische auf der Terrasse bis auf den letzten Platz besetzt. Für viele, die im Lenggis-Quartier in Rapperswil-Jona wohnen, gehört ein Schwumm im Egelsee mit anschliessendem Abendessen zur sommerlichen Routine.
Ich entscheide mich für die Egliknusperli mit Pommes frites und Salat (26.50 Franken). Der Bierteig ist relativ dick und knusprig, die Konsistenz der Fische einwandfrei. Der gut gelaunte Gastgeber Franco wird mir nach dem Essen verraten, dass es sich um ein vorgefertigtes Produkt des Fischhändlers Bianchi handelt – gefroren und aus Schweizer Zucht. Die hausgemachte Tartarsauce schmeckt mir, und die Pommes frites sind knusprig und gut gewürzt. Einzig das Häufchen Blattsalat kann nicht mithalten, da es in der Hitze welk geworden ist.