Zwei Churer Modeschöpferinnen: Das Handwerk im Vordergrund
Von Riccarda Hartmann
Die beiden Designerinnen sitzen im Atelier. Sie unterhalten sich, lachen hin und wieder. Die zwei mit den gleichen Vornamen. Ladina Kuoni und Ladina Bundi. Yin und Yang. Wenn man sich denn auf die Farben der Hemden bezieht, die sie beide an diesem Dienstagmorgen tragen. In feinen Buchstaben steht gestickt auf die weisse Hemdtasche von Ladina Bundi «Mood», der Name ihres Labels und ihrem Laden mitten in der Churer Altstadt. Ladina Kuoni im schwarzen Hemd neben ihr, eine Tasse mit Kaffee in der Hand, besitzt ebenfalls ein Atelier mit einem Laden, wenige Häuser entfernt von Ladina Bundis. Dort fertig sie die Kleidungsstücke für ihr Label «colori di montagna» an. Nähmaschinen. Faden. Stoff. Schnittmuster. Alles, was zur Ausstattung eines Nähateliers gehört, sind in den Räumen beider zu finden.
Dorthin, wo die Leute sind
Sie unterhalten sich über die kommende Modeschau auf dem Wochenmarkt am 10. Juni in Chur, die durch die Strassen und Gassen der Altstadt ziehen wird. Aber von Anfang an: Wie kamen die beiden auf die Idee, eine Modeschau auf dem Wochenmarkt zu veranstalten? «Ladina Kuoni wollte schon immer einmal eine Modeschau machen», erklärt Ladina Bundi. Es sollte jedoch in der Gegend der beiden Ateliers sein, doch die Leute in die Kupfergasse zu bringen, hätte sich als schwierig herausgestellt. Dann sei Ladina Bundi der Wochenmarkt am Samstag in den Sinn gekommen, dann wenn viele Leute in der Altstadt seien. «Man muss dorthin, wo die Leute sind, wenn man nicht so bekannt ist», meint die Designerin von «Mood». Für die Modeschau sei beinahe alles fertig. Die Models kamen zum Fitting, die Kleider sind bis auf ein Stück bereit. Bis auf das Wetter sei alles so weit geplant, meinen die beiden lachend. Durchziehen würden sie es aber bei jeder Witterung. Mit oder ohne Regenschirm.