Wie wir das Klima retten können
Die Schüler gehen für den Klimaschutz auf die Strasse. Die Grünliberalen wollen den Klimanotstand ausrufen lassen. Die FDP ringt gerade um ihre interne Klima-Wende, um das Kabarettistenwort von der «Fuck de Planet»-Partei wieder loszuwerden. Und der Regierungsrat hat diese Woche aufgezeigt, wie sich das Glarner Klima bereits erwärmt hat und weiter erwärmen wird. Und wie sich das besonders auf die Naturgefahren im Kanton auswirken wird. Der Regierungsrat hat dabei auch zugegeben, dass er die eigenen Ziele bis 2020 nicht erreichen wird.
Der Kanton Glarus hat sich in seinen Energieplänen von 2012 für das Jahrzehnt von 2010 bis 2020 vorgenommen, das Klimagas CO2 aus Brennstoffen um 30 Prozent pro Einwohnerin und Einwohner zu reduzieren. Bei seiner Zwischenbilanz für 2017 kommt der Kanton erst auf 14,6 Prozent und damit ungefähr die Hälfte dieses Pro-Kopf-Ziels.
Immer noch 70 Prozent fossil
Das Klimagas CO2 entsteht aus der Verbrennung von fossilen Brenn- und Treibstoffen. Die Reduktion setzt beim grössten Energie-Brocken an: Erdöl und Erdgas decken rund 40 Prozent.
Weiter werden 30 Prozent in Form von Strom verbraucht, nochmals knapp 30 Prozent für den Verkehr – mehrheitlich als Benzin und Diesel. Was den Rest angeht, stammen 7 Prozent der (Heiz-)Energie aus CO2-neutralem Holz oder aus Umgebungswärme.
Aus der Verteilung ergeben sich Hinweise, was die einzelne Glarnerin, der einzelne Glarner tun kann, wenn ihm oder ihr auch künftig an einem kühlen Kopf in einem erträglichen Klima gelegen ist. Die vorläufige Bilanz des Regierungsrats macht klar: Die Politik ist damit nicht aus der Verantwortung. Sie soll im Gegenteil faire Gesetze erlassen, damit alle ihren Beitrag leisten.
Energiequellen
Der Kanton Glarus setzt sich zum Ziel, weniger CO2 zu produzieren. Einerseits muss er dafür bei der Energieeffizienz ansetzen (siehe unten). Anderseits hat er sich das Ziel gesetzt, mehr erneuerbare, klimaneutrale Energien zu nutzen. Als Potenziale für zusätzliche Produktion ohne CO2 nennt das Energiekonzept 2012 an erster Stelle Solar- und Windstrom. Sie könnten zusammen 60 Prozent des heutigen Strombedarfs decken.