Wie die Benediktiner nach Uznach kamen
von Abt Ivo auf der Maur
Im Jubiläumsjahr 2019 blicken wir, die Missionsbenediktiner, zurück. Menschen und Ereignisse spielten eine Rolle, sodass wir für den guten Ausgang danken.
P. Andreas Amrhrein (1844–1927) von Gunzwil bei Beromünster, Mönch von Beuron, gelang es, im Kulturkampf 1884, die Kongregation von St. Ottilien zu gründen. Da vermehrt Schweizer eintraten, gedachte man, auch in unserm Land zu werben. Zu diesem Zweck wurde 1916 P. Adelrich Mühlebach (+1960) entsandt. Er baute eine Prokura auf, die sich um materielle und personelle Unterstützung der Mission bemühte. Bald erwies sich das Elternhaus in Cham als zu klein.
Zu diesem Zeitpunkt erfuhr er, dass in Uznach die Villa «Daheim» zum Kauf angeboten wurde, und erwarb sie. Damals lag Deutschland darnieder. In der Schweiz grassierten Grippe und Inflation. Soziale Unruhen brachen aus. Am 16. September 1919 traf P. Adelrich von St. Ottilien im neu gegründeten Benediktusheim in Uznach ein. Die neu- trale Schweiz erwies sich als günstig für Beziehungen mit andern Kontinenten, sodass Uznach für Jahrzehnte zum Drehpunkt für unsere Missionsarbeit wurde.
Günstiges Angebot in Uznach
Als sich in Deutschland der Nationalsozialismus ausbreitete, wollten die Äbte der vier deutschen Klöster junge Kandidaten für das Studium ins Ausland schicken. Was lag näher als die katholische Universität Freiburg im Üechtland? 1937 erwarben P. Adelrich und P. Notker Mannhart (+1981) dafür ein Haus auf dem Schönberg.
Aber wer wollte sich nach dem Krieg für ganz einem deutschen Kloster anschliessen, da es in der Schweiz viele Missionsgesellschaften gab? Daher wurden das Benedictinum im September 1947 selbstständiges Priorat und P. Notker zum Prior ernannt. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Schweizer Missionsbenediktiner auf stolze 53 an.
Schon länger wünschten jüngere Mitbrüder eine würdige Klosterkirche. Dazu war ein grösseres Grundstück erforderlich. Auch war der Schönberg in Freiburg als neues Wohnquartier vorgesehen. So machte sich P. Prior Notker erneut auf die Suche. Nahe der theologischen Fakultät wurde er fündig, aber Bischof Charrière (+1976) wollte für den Bau nur einen kleineren Platz gewähren. Die Suche begann neu. Die Gemeinschaft entschied sich nun für die Zusammenlegung beider Gemeinschaften in einem Neubau in der Ostschweiz. Diese Aufgabe wurde P. Aemilian Lügstenmann (+1988) anvertraut. Schliesslich entschieden sich die Mitbrüder für das günstige Angebot von Herrn Emil Gubser in Uznach.