Wenn der Frost nicht problematisch ist, dann das Coronavirus
Wie sagt man so schön, der Frühling ist die Zeit des Erwachens. So auch in der Welt der Weinherstellung. Die ersten Reben treiben aus und es beginnt eine wichtige Zeit für die Winzer. In Graubünden gibt es viele Weinbauern, die sich nun voll und ganz ihren Rebstöcken widmen. Nicht zuletzt auch wegen der Frostgefahr. Denn wenn die Temperaturen so stark sinken, dass Frost aufkommt, kann das die Trauben schädigen.
Moritz Villinger, Reb- und Kellermeister Plantahof Landquart, erklärt: «Frost ist keine gute Sache. Wenn die Reben ausgetrieben sind, können durch den Frost die Knospen erfrieren.» Dadurch bestehe das Risiko, dass ein Teil der Ernte oder die gesamte Ernte zerstört wird. Ueli Liesch, Präsident Branchenverband Graubünden Wein, bestätigt dies. «Der Frost stellt immer ein Unsicherheitsfaktor für uns dar.»
Frost bedeutet Frust
Meistens dauert diese Gefahrenzeit bis zu den Eisheiligen. So zumindest lautet eine alte Bauernregel. Dieses Jahr finden die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai statt. Sprich, das Risiko für ein Frosteinfall besteht noch. Wie können sich also Weinbauern auf mögliche Frosteinfälle vorbereiten? Laut Ueli Liesch gibt es keine Möglichkeiten, sich vorzubereiten. «Einige Bauern lassen eine zweite Fruchtrute stehen, die bei Frost zusätzlich angebunden wird. Aber sonst können wir nicht viel machen.» Auch Moritz Villinger meint, dass den Bauern keine anderen Mittel zu Verfügung ständen, ausser die Wettervorhersagen zu verfolgen. Und ist der Frost erst mal da, kann dagegen ebenfalls nicht viel unternommen werden. Manche Bauern stellten Frostkerzen auf, damit die umliegende Temperatur um ein paar Grade erhöht werde, so Villiger.
Im vergangenen Jahr haben Weinbauern aus Graubünden tatsächlich vermehrt zu solchen Kerzen gegriffen. Denn die Temperaturen waren im April und anfangs Mai 2019 sehr tief. Dadurch entstand zum Frust der Bauern Bodenfrost.