Wasser ist nicht gleich Wasser
Es gibt nichts, das es nicht gibt – deshalb gibt es mittlerweile nebst den Wein- und Bier-Sommeliers auch Wasser-Sommeliers. Diese sehen sich als Wasser-Botschafter und möchten die Menschen darauf sensibilisieren, dass Wasser nicht gleich Wasser ist. «Jedes Wasser hat verschiedene Charaktere. Wenn man sich damit befasst, schmeckt man es auch heraus», sagt Urban Räber, Wasser-Sommelier aus Chur. Er ist einer von acht, die einen knapp sechstägigen Kurs von GastroSuisse und dem Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten absolviert haben. Zur Ausbildung bewegt haben ihn zwei Gründe. Einerseits der Gedanke, dass Wasser der Inbegriff des Lebens ist. Andererseits ist Räber bereits Bier-Sommelier und Wasser mache den grössten Anteil an diesem Getränk aus.
Auch Claudia Vontobel aus Scuol hat das Seminar belegt. Im Umkreis der Gemeinde Scuol entspringen über 20 Mineralquellen, wovon einige auch für medizinische Zwecke eingesetzt werden. Aus diesem Grund hat Vontobel bereits einen gewissen Bezug zu Wasser und interessiert sich bereits seit längerer Zeit dafür.
Mehr als nur «mit oder ohne»
Während des Kurses haben die Kursteilnehmer gelernt, wie Wasser entsteht, welche verschiedenen Geschmacksstoffe es gibt und wie sich Leitungswasser, Mineralwasser und Quellwasser definieren. Ausserdem wurden Ausflüge an einen Mineralbrunnen und ins Grand Resort in Bad Ragaz unternommen. Dort wurde während einem Tag intensiv auf das Water-Paring eingegangen. Konkret bedeutet das, dass Weisswein, Rotwein, Bier und verschiedene Spirituosen mit unterschiedlichem Wasser probiert wurden. Das Water-Paring empfanden die beiden Bündner als eine äusserst spannende Erlebnis. «Wasser kann das Essen massiv stützen aber auch hindern», so Räber. Für Vontobel war es spannend zu sehen, wie ein guter Wein mit dem falschen Wasser ruiniert und mit dem richtigen zu einem Gaumenschmaus gemacht werden kann.