Verletztes Wildtier – was nun?
Von Simone Zwinggli und Nicole Nett
Stellt euch vor, beim Sonntagsspaziergang durch den Wald liegt ein junger Fuchs zwei Meter neben dem Weg. Er rennt nicht weg. Ihr geht etwas näher ran und merkt, dass er verletzt ist. Oder: Auf eurer Terrasse taumelt ein Vogel über den Boden. Er hat offensichtlich seine Flügel gebrochen. Und was, wenn ein Hirsch, mächtig und imposant, vor euren Augen über die Strasse humpelt? Was würdet ihr impulsiv, ohne nachzudenken, tun?
Den kleinen Fuchs könnte man in ein Tuch packen und der Wildhut bringen. Den kleinen Vogel in einen Karton setzen, vielleicht mit Handschuhen, und etwas Futter organisieren. Dem Hirsch nachlaufen, um zu sehen, wo er hingeht. Um ihm dann, wenn er sich endlich hinlegt, zu helfen.
Wer ein verletztes Tier findet, möchte in der Regel sofort helfen. Doch besser ist es, so schnell wie möglich Fachpersonen beizuziehen, wie der Schweizer Tierschutz schreibt. Hier die drei wichtigsten Verhaltenstipps, wenn ihr einem verletzten Tier begegnet:
#1 Sich erste Fragen stellen
Einem Wildtier impulsiv zu helfen, ist zwar gut gemeint, aber in den meisten Fällen kontraproduktiv. Denn dabei könnten sich sowohl die helfende Person wie auch das Tier verletzen. Deshalb ist es laut dem Schweizerischen Tierschutz am besten, nur dann einzugreifen, wenn nachfolgende drei Fragen mit Ja beantwortet werden können:
- Ist ein Mensch und dessen Aktivitäten Grund für das ungewollte und vermeidbare tierische Leiden? Also zum Beispiel durch Verkehrsunfall, Verwickeln in Weidezäunen, Vogelschlag an Glasscheiben?