Umfahrung von Uznach muss nachgebessert werden
Die geplante Verbindungsstrasse A15-Gaster bei Uznach steht auf dem Prüfstand: Ein Gutachten der Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) kommt zum Schluss, dass das Projekt negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt hätte. Der Kanton St. Gallen prüft nun Verbesserungen.
Rund 19 000 Fahrzeugen rollen jeden Tag durch Uznach. Das sorgt für Staus, Lärm und Luftverschmutzung. Zur Verbesserung der Situation plant das kantonale Tiefbauamt eine regionale Verbindungsstrasse. Die A15-Gaster soll knapp 6 Kilometer lang werden und grossräumig um das Siedlungsgebiet von Uznach herumführen. «Das Genehmigungsprojekt für die regionale Verbindungsstrasse A15-Gaster steht kurz vor dem Abschluss», schrieb der Kanton im November 2020. Die Kostenschätzung aus dem Vorprojekt ging von 177 Millionen aus. Inzwischen dürfte das Projekt 300 bis 350 Millionen Franken kosten. Der schlechte Baugrund und der hohe Grundwasserspiegel stellen besondere Anforderungen an den Bau der verschiedenen Tunnels und Unterführungen. Da die neue Strasse im Gebiet Hasenweid direkt durch einen Rutschhang führen würde, prüft das kantonale Tiefbauamt Alternativen.
Schwerwiegende Beeinträchtigung
Nun gibt es weitere Schwierigkeiten: Ein rund 500 Meter langes Teilstück tangiert das Naturschutzgebiet Kaltbrunner Riet, wie die St. Galler Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte. Betroffen sind das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler, das Flachmoor, das Amphibienlaichgebiet und das Wasser- und Zugvogelreservat von jeweils nationaler Bedeutung.
«Das Strassenbauprojekt würde vor allem die Lebensräume der Wasser- und Zugvögel sowie weitere auf Feuchtgebiete angewiesene Brutvogelarten schwerwiegend beeinträchtigen», heisst es laut Kanton im Gutachten der ENHK. Das Projekt ist gemäss Gutachten nur bewilligungsfähig, wenn das Vorhaben bestmöglich Rücksicht auf das Naturschutzgebiet nimmt.
Die Gutachten der ENHK, welche Vorhaben schweizweit beurteile, seien von zentraler Bedeutung für den Naturschutz, sagt Corina Del Fabbro von Pro Natura St. Gallen-Appenzell auf Anfrage von Keystone-SDA. Der Entensee im Kaltbrunner Riet sei jetzt schon in schlechtem Zustand. Wenn die ENHK zum Schluss komme, dass die Umfahrung ein schwerwiegender Eingriff in die Schutzziele zur Folge hätte, müsse das Projekt abgeändert werden, so die Geschäftsstellenleiterin des Reservats.