Übers Altwerden: «Sitzbänke würden helfen»
von Laura Kessler
Ein Theater übers Alter. Genau das macht das Theater «COLORi» mit ihrem Programm «spätsinnig». Wie alt werden? Welche Angebote nutzen? Wie sich pflegen lassen (müssen)? Mit solchen Fragen beschäftigt sich nicht nur das Theater, sondern auch Bernadette Brandenburger aus Trimmis und Martha Crameri aus Untervaz. Bernadette Brandenburger ist Koordinatorin und Anlaufstelle Alter. Sie berät Seniorinnen, Senioren und ihre Angehörigen, vermittelt passende Angebote und koordiniert Veranstaltungen, Aktivitäten, Kurse und Vorträge.
Martha Crameri kommen ähnliche Aufgaben in Untervaz zu. Sie ist Teil der Stiftung Alterswohnungen, die 20 Wohnungen anbietet. Angegliedert ist die Koordinationsstelle am «VazerNetz», welches aus circa 60 Freiwilligen besteht. Martha Crameri arbeitet als Koordinatorin, unterstützt Seniorinnen und Senioren bei verschiedenen Fragen und organisiert verschiedene Veranstaltungen, so zum Beispiel dreimal die Woche das «Generationa-Kafi», den Sonntag-Mittagstisch, oder nun auch zusammen mit den Gemeinden Trimmis und Landquart die Theateraufführung des Theaters «COLORi» für die Seniorinnen und Senioren der drei Gemeinden.
Die beiden Frauen setzen sich mit dem Alter und dem Altwerden auseinander. Im Interview sprechen sie darüber.
Frau Brandenburger, Frau Crameri, es scheint, dass das Älterwerden in unserer Gesellschaft als etwas Schlechtes angesehen wird. Das Streben nach ewiger Jugend ist gross. Wie nehmen Sie das wahr?
Martha Crameri: Das Alter ist ein schweres Thema. Heute vielleicht schwerer als früher. Obwohl man darüber spricht, habe ich das Gefühl, es ist nicht leicht, heute alt zu werden. Alte Menschen werden vermehrt fremdbetreut und sind nicht mehr Teil der Mitte.
Bernadette Brandenburger: Ob das Altwerden wirklich schwerer geworden ist? Es ist anders. Mit dem Alter kann man sich nicht erst bei der Pensionierung auseinandersetzen. Die ewige Jugend ist sehr präsent in unserer Gesellschaft. Da muss jeder und jede für sich einen Mittelweg finden, um den Spagat zwischen älter werden und jugendlich bleiben zu meistern. Äusserlich und innerlich. Wichtig ist sicher, offen zu bleiben für Neues und Kontakte auch ausserhalb der Familie zu pflegen. Dann kann nicht nur die Jugend, sondern auch das Alter spannend sein.