Stadtpräsident: «Ich gehe davon aus, dass es nicht die einzige Ansteckung in Chur ist»
Am Samstag hat die Stadt Chur mitgeteilt, dass Stadtrat und Vorsteher des Departements Departement Bildung Gesellschaft Kultur, Patrik Degiacomi, mit dem Coronavirus infiziert ist. Es ist der erste offiziell bestätigte Fall in der Stadtverwaltung. «Wir waren überrascht, als der positive Befund da war», sagte der Churer Stadtpräsident Urs Marti am Samstag gegenüber Radio Südostschweiz. Bei allen Telefon- und Videokonferenzen, die gemeinsam durchgeführt worden seien, habe Degiacomi fit gewirkt.
Degiacomi gehe es auch jetzt den Umständen entsprechend gut, so Marti weiter. «Er bemerkte am Sonntag (8. März, Anm. d. Red.) ein leichtes Kratzen im Hals und traf sofort alle Vorsichtsmassnahmen.» Der infizierte Churer Stadtrat ist nun zu Hause mit seiner Familie in Quarantäne. Beschwerden hat er keine, wie Marti sagte: «Er hat kein Fieber oder Husten. Man weiss ja nicht, ob das noch kommt, aber im Moment geht es ihm gut.»
Stadtrat Patrik Degiacomi mit Coronavirus infiziert
Marti ist am Freitagabend über den positiven Befund seines Stadtratskollegen informiert worden. «Wir haben sofort unsere Massnahmen nochmals justiert», sagte er. So sei etwa abermals die Arbeitsweise des Corona-Stabs, bei dem Degiacomi auf Distanz auch teilnahm, überprüft und angepasst worden. Drittpersonen dürfen das Büro des Stabs nicht mehr betreten und dessen Mitglieder dürfen sich nur noch zwischen ihrem Zuhause und dem Büro bewegen und müssen alle anderen sozialen Kontakte einstellen. «Falls es zu einer Ansteckung gekommen sein sollte, können wir das nicht mehr korrigieren. Wir isolieren uns so aber selbst», sagte Marti weiter. Mit den telefonischen Mitteln könne weitergearbeitet werden und alle Stabsmitglieder seien motiviert, dies auch weiterhin zu tun und für die Stadt ihr Bestes zu geben.