Der «Kampftag» der Arbeitsklasse erklärt
Am Montag ist der 1. Mai – ein geschichtsträchtiger Tag mit einigen offenen Fragen. Wo ist der Ursprung dieses Feiertages? Was fordern die Gewerkschaften heute? Und warum hat an diesem Tag nicht die ganze Schweiz frei?
Forderung damals: Acht-Stunden-Tag
Der Tag der Arbeit hat seinen Ursprung in Amerika. Der 1. Mai war der sogenannte «Moving Day»: Viele Arbeitsverträge endeten, Arbeitsstellen oder der Wohnort wurden an diesem Datum gewechselt.
Zum ersten Mal gingen die Arbeiterinnen und Arbeiter am 1. Mai 1886 auf die Strasse. Gefordert wurde ein Achtstundentag. Drei Jahre später trafen sich in Paris sozialistische Gewerkschaften und Parteien aus aller Welt zum zweiten Internationalen Arbeiterkongress. Es wurde beschlossen, sich dem Amerikanischen Arbeiterbund anzuschliessen. Somit fand am 1. Mai 1890 die erste weltweite Demonstration statt.
Forderung heute: Soziale Wende
Jedes Jahr finden zahlreiche Demonstrationen zum Tag der Arbeit statt. In der Schweiz engagiert sich der Schweizerische Gewerkschaftsbund am Tag der Arbeit. Die Gewerkschaften fordern einen Aufschwung für die Arbeiterinnen und Arbeiter mit Vollbeschäftigung, besseren Löhnen und einer sozialeren Altersvorsorge, wie es auf deren Webseiten heisst. Das Motto vom 1. Mai 2021 lautete: Zeit für die soziale Wende!