Pilzexperte: «Sie sagen, sie hätten so etwas noch nie erlebt»
«Es gab viel Regen in diesem Jahr und war nicht zu kalt», hält Pilzkontrolleurin Lia Heini aus Laax zur aktuellen Pilzsaison fest. Scheinbar ideale Bedingungen also für das Pilzwachstum. Es habe so viele Steinpilze wie schon lange nicht mehr, sagt Heini und erzählt von Italienern, die seit 40 Jahren in die Surselva zum Pilze Sammeln kommen. «Sie sagten, sie hätten so etwas noch nie erlebt.»
Heini ist seit 2012 Pilzkontrolleurin in der Surselva, «in die Pilze» geht sie schon viel länger. «Im Moment hat es massenhaft Steinpilze, auf den Wiesen wie in den Wäldern.» Sie habe von den Funden der 1.5-kg-Pilze gehört und auch selbst grosse Pilze gesehen. Was führte zu diesem ausserordentlichen Grössenwachstum? «Darüber kann man rätseln», so Heini. «Die Pilze stecken voller Geheimnisse.» Ein solches hegen im Moment auch die Eierschwämme im Bündner Oberland. «Unsere Eierschwämme machen grad Pause», erzählt Heini, «von denen gibt es aktuell nur wenige.» Auch sonst kriege sie vor allem Steinpilze zu Gesicht, so Heini. Die Vielfalt sei nicht so gross. Weshalb? Ein Geheimnis, vermutlich.
37 Jahre Erfahrung – «und dennoch gewaltig»
Im Engadin sieht das Steinpilz-Vorkommen ähnlich aus wie in der Surselva. «Wahnsinnig! Gewaltig!», bezeichnet Men Bisaz die aktuelle Saison. Und das, obwohl er mit seinen 37 Jahren Erfahrung als Pilzkontrolleur im Oberengadin schon einiges erlebt hat. «Es gibt auch viele sehr grosse Pilze. Am Sonntag wurde im Oberengadin ein 2.2 Kilogramm schwerer Steinpilz gefunden.» Die Niederschläge in diesem Sommer – «nicht viele, aber heftig» – hätten wohl zu diesem ausserordentlichen Wachstum geführt, so Bisaz. Nicht nur bei den Steinpilzen: Bis letzte Woche gab es gemäss Bisaz auch sehr viele Eierschwämme im Bündner Hochtal.