Auch der Bünder Wald spürt die Folgen des Klimawandels
von Gianna Jäger und Sarina von Weissenfluh
Der Klimawandel bringt viele Folgen mit sich. Zu spüren bekommen diese vor allem die Wälder. Sie kämpfen mit Hitze und Trockenheit. Will der Schweizer Wald weiterhin seine Funktion erfüllen, muss er sich an den Klimawandel anpassen. So lautet das Urteil des Bundesamts für Umwelt. Doch das ist gar nicht so einfach.
Man muss sich vorstellen: Im Kanton Graubünden werden die Bäume beispielsweise bis zu 200 Jahre alt. «Doch das Klima verändert sich innerhalb von nur ein paar Jahrzehnten», sagt Urban Maissen, Kantonsförster und Leiter des kantonalen Amtes für Wald und Naturgefahren. Die Entwicklung des Klimawandels läuft also viel schneller, als jene der Natur und des Waldes. «Deshalb müssen wir nachhelfen.» Dies mache man vor allem mit der Waldpflege und der Waldverjüngung. «Mit der Waldverjüngung können wir dafür sorgen, dass möglichst viele Bäume in einer möglichst grossen Baumartenpalette nachwachsen», erklärt Maissen. Dadurch sei die Chance grösser, dass sich der Wald in Zukunft besser an den Klimawandel anpassen könne. «Wir nennen dies auch Risikoverminderung.»
Auch wir haben beobachtet, dass die Bäume zunehmend Mühe mit der Trockenheit haben.»
Urban Maissen, Kantonsförster und Leiter des kantonalen Amtes für Wald und Naturgefahren
Doch wie schlecht steht es überhaupt um den Bündner Wald? «In Zusammenhang mit dem Klimawandel und den Trockenheitsschäden sind wir recht gut unterwegs», so der Kantonsförster. In Graubünden habe man glücklicherweise keine grossflächigen Schäden erlitten, wie dies vor rund fünf Jahren im Kanton Jura der Fall gewesen sei. Dort starben damals hunderte Hektar Buchenwald ab, sodass die jurassische Regierung den Zustand einer kantonalen Waldkatastrophe ausrief. So schlimm ist es in Graubünden also nicht gewesen. Allerdings habe man auch hier die Folgen des Klimawandels gespürt. «Auch wir haben beobachtet, dass die Bäume zunehmend Mühe mit der Trockenheit haben», sagt Maissen. Besonders empfindlich auf den Klimawandel und auf Trockenheit reagieren dabei die Fichtenwälder, jene, die man vor allem im Rheintal und in der Surselva antrifft. «In solchen Gebieten werden die Veränderungen am grössten sein.»