Im Frühling ist die Gefahr nicht vorbei
Im Jahr 2017 ereigneten sich im Kanton Graubünden insgesamt 2'220 polizeilich registrierte Verkehrsunfälle (Statistik 2018 ausstehend). Mit insgesamt 889 Fällen bilden die Unfälle mit Tieren den höchsten Anteil. Die Statistik des Kantons wird für das gesamte Jahr geführt. Trotzdem kann festgestellt werden, dass es für die Wildtiere besonders während des Winters und des Frühlings gefährlich ist, wie der Bündner Jagdinspektor, Adrian Arquint auf Anfrage von «suedostschweiz.ch» erklärt. «Insbesondere, wenn sehr viel Schnee gefallen ist, halten sich die Tiere öfters im Tal auf und sind dadurch in der Nähe der Strassen, der Siedlungen und Bahnlinien», so Arquint.
Im Frühling sei mit Wildtieren zu rechnen, wenn der Schnee taue und sich an den Strassenrändern braune Flecken bilden. «Das Salz neben den Strassen zieht die Wildtiere natürlich an», so Arquint. Problematisch sei dies, weil sich die Tiere so länger in der Nähe der Strasse aufhalten und diese nicht nur kurz überqueren, erklärt er weiter.
Zeitumstellung und Brunftzeit
Eine weitere gefährliche Phase findet mit der Zeitumstellung im Frühling statt. «Wenn wir die Zeit verstellen, so beginnt der Arbeitsverkehr auch eine Stunde früher. Die Wildtiere merken die Zeitumstellung nicht und sind so noch eher in der Nähe der Strassen», führt Arquint das Problem aus. Eine weitere Phase, welche sich auf den Strassen speziell bemerkbar mache, sei schliesslich in den Sommermonaten Juli und August. Dann ist die Brunftzeit der Rehe und die Tiere sind oft in Bewegung.
Neue Alarmsysteme bewähren sich
Ein weiterer Blick auf die Verkehrsunfallstatistik zeigt, dass vor allem Unaufmerksamkeit und Ablenkung die Hauptursache für Verkehrsunfälle sind.