Geflüchtete Menschen begleiten, Türen öffnen, Neues lernen
Im Aufenthaltsraum der Beratungsstelle der IG offenes Davos sitzen Angelika Kofler und Hawa Rassulzada. Sie haben sich anfangs Juli durch das Mentoringprojekt kennengelernt und treffen sich seitdem wöchentlich ein bis zwei Stunden. Beide sind sehr gut gelaunt und erzählen, wie es ihnen in den letzten Monaten gegangen ist. Angelika kommt aus Südtirol und wohnt seit drei Jahren in Davos. Hier führt sie als Vital-Masseurin eine eigene Praxis. Hawa kommt aus Afghanistan, ist vor zwei Jahren in die Schweiz gekommen und hat jetzt eine vorläufige Aufenthaltsbewilligung. Sie wohnt im Transitzentrum Landhaus Laret mit ihrem Mann und ihren zwei Jungs.
Hawa: Wieso hast du dir eine Mentorin gewünscht?
Ich habe schon viele Sprachkurse besucht, aber zu Hause sprechen wir nur persisch. Deshalb ist mein Deutsch nicht gut. Ich wollte gern eine Frau in Davos kennenlernen und sie regelmässig treffen, um mit ihr zu reden. Deutschlernen ist für mich wichtig, weil ich schnell eine Arbeit finden möchte.
Wie waren die Treffen mit Angelika für dich?
Sie waren sehr gut. Wir haben einmal pro Woche abgemacht und viel zusammen gesprochen. Angelika ist sehr nett zu mir. Deutsch kann ich jetzt viel besser verstehen und auch schon besser Deutsch sprechen, oder?
Angelika: Wieso hast du dich als freiwillige Mentorin angemeldet?
Ich bin ein kontaktfreudiger, hilfsbereiter Mensch. Ich möchte jemandem meine Zeit schenken, jemanden begleiten. Ich war vorher in der Hotellerie tätig und habe deshalb an vielen verschiedenen Orten gelebt. Da ich selbst auch immer Hilfe von anderen bekommen habe, möchte ich dieses Für- und Miteinander selber leben. Dabei ist es mir in diesem Projekt wichtig, die Lebenswelt in der Schweiz herzuzeigen und bei der Integration von geflüchteten Menschen mitzuhelfen.