Ein Start mit vielen Eindrücken
Bevor am 31. August die eigentliche Session begann, fanden viele Vorbereitungen bereits im Rahmen der SP-Fraktionssitzung in Savognin statt. Bereits zu diesem Zeitpunkt wird festgelegt, welches Mitglied bei welchem Geschäft was sagt. Was mich besonders freute, war, als man mich zur Wahl für die Kommission für Justiz und Sicherheit (KJS) vorschlug.
Am Mittwochnachmittag galt es dann «ernst», und die Session wurde von der Alterspräsidentin Beatrice Baselgia eröffnet. Anschliessend fand die Wahl des Standespräsidenten statt. Da unserem alt-Landammann Tarzisius Caviezel diese Ehre zuteil wurde, organisierte die Gemeinde Davos auch eine Show-Einlage: Eine Perkussionistin sorgte für einen speziellen Auftritt im Churer Grossratsaal.
Viele Voten gleich am Anfang
Mit dem Personalgesetz des Kantons wurde bereits das erste grössere Sachgeschäft behandelt. In den Debatten gab es sehr viele Voten, vor allem vonseiten der SVP. Eine Mehrheit des Rates stellte sich aber im Grossen und Ganzen hinter die präsentierte Kompromisslösung, die einerseits mehr Ferien für alle und andererseits dank Drittbetreuung der Kinder eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorsieht. Was für mich als Neuling speziell war: Durch das Geschäft führte nicht etwa der Standespräsident, sondern die Kommissionspräsidentin. Und ebenfalls anders als von der kommunalen Politik gewohnt war, dass sich der zuständige Regierungsrat erst am Schluss der Eintretensdebatte zu Wort meldete. Beim Personalgesetz führte dies zur kuriosen Situation, dass am Montag mit der Diskussion begonnen, die Sitzung dann aber um 17 Uhr für einen Apéro beendet wurde und so Regierungsrat Christian Rathgeb erst am Dienstagmorgen seine Sicht der Dinge darlegen konnte.
Nach einigen kleineren Geschäften folgte mit dem ÖV-Gesetz eine Vorlage, zu der ich eigentlich gerne etwas gesagt hätte, aber mich aufgrund eines ungeschriebenen Gesetzes, nach dem sich Neumitglieder in der ersten Session noch nicht einmischen, zurückhielt. Insbesondere die Behandlung eines Artikels, der die finanzielle Förderung von touristischen ÖV-Linien vorsieht, war aus Davoser Sicht wichtig (siehe dazu Artikel auf Seite 4, Anm. d. Red.). Fraktionskollege Simon Gredig stellte noch die Forderung in den Raum, im ÖV mehr Kapazitäten für Velos freizuhalten, doch sein Anliegen kam nicht durch. Die Debatte zum Gesetz an sich war sehr gut, und es wurde ohne grosse Opposition angenommen.