«Die Weiterbildung noch keinen Tag bereut»
«Die jetzige Situation ist schon sehr speziell, aber es ist auch eine sehr lehrreiche Zeit, die ich momentan auf der Intensivstation erlebe. Ich bin im zweiten Semester des Nachdiplomstudiums zur Fachfrau Intensivmedizin. In der Ausbildung sind wir noch nicht so weit, dass wir die Beatmung selber übernehmen können. Darum werden wir in dieser aussergewöhnlichen Zeit immer bei unserer Arbeit betreut und gut von den erfahrenen Kolleginnen und Kollegen unterstützt.
Der theoretische Teil der Ausbildung ruht derzeit etwas, im Selbststudium müssen wir im Moment deutlich weniger machen und werden entlastet, was ich sehr schätze. Es hiess, wir sollen die freie Zeit geniessen und uns erholen.
Ich habe Respekt vor dem, was noch kommt. Vor allem, weil die Viruserkrankung ein schleichender Prozess ist und man sich fragt, wie es weitergeht. Dabei treten verschiedene Fragen nach dem Schutzmaterial wie Brillen, Mäntel und Handschuhe auf. Auch wenn genügend davon vorhanden ist, gehen wir im Moment damit sehr sparsam um.
Es ist aber weniger das Schutzmaterial, das mir zu schaffen macht. Viel mehr beschäftigt es mich, dass die Angehörigen von Covid-19-Erkrankten nicht bei uns auf der Station vorbeikommen können. Sie haben keine Möglichkeit, ihre Liebsten zu begleiten, ihnen beizustehen und können so kaum nachvollziehen, wie es dem Patienten geht.