Die Kinderärzte machen sich bereit
Das neue Schuljahr hat begonnen. Und wie die Bündner Regierung Anfang des Monats bekannt gegeben hatte, starteten die Klassen regulär mit Präsenzunterricht und in ganzen Klassen. Auch wird in den Bündner Klassenzimmern auf eine Maskenpflicht verzichtet, weiterhin gelten aber die Hygiene- und Schutzmassnahmen.
Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen und Mitarbeitende, die Krankheitssymptome aufweisen, müssen der Schule fern bleiben. Zu den Symptomen gehören Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit mit oder ohne Fieber, Fiebergefühl oder Muskelschmerzen und/oder Fehlen des Geruchs- und/oder Geschmackssinns. Ein einfacher Schnupfen ist gemäss Informationen der Bündner Regierung aber noch nicht als akuter Atemwegsinfekt zu werten. Gerade Letzteres dürfte bei vielen (berufstätigen) Eltern für Erleichterung sorgen. Denn das bedeutet, dass man nicht bei jeder «Schnuddernase» des Nachwuchses einen Arzt aufsuchen und das Kind einem Test unterziehen lassen muss. Und dass man seinen Nachwuchs, so fühlt er sich denn fit genug, trotz leichter Erkältung in die Kinderkrippe, den Kindergarten und die Schule schicken darf.
Kratzen im Hals – ab nach Hause
Was aber, wenn es sich um ein leichtes Kratzen im Hals handelt, das Kind sich sonst aber fit fühlt? «Ist das Kind nur leicht erkrankt, zum Beispiel mit Halsschmerzen, bleibt es zu Hause – 24 Stunden über die vollständige Genesung hinaus», sagt Heidi Zinggeler Fuhrer, Kinder- und Jugendmedizinerin aus Chur. Bei Symptomen werde grundsätzlich ein Abstrich empfohlen, «aber anders als bei Jugendlichen ab zwölf Jahren und Erwachsenen darf aktuell bei Kindern bis zwölf Jahren und leichten Symptomen je nach Umständen auch auf einen Abstrich verzichtet werden», so die Ärztin. Dies weil Kinder aktuell kaum an Covid-19 erkranken und das Virus nur selten weitergeben würden. «Diese Beurteilung wird sich aber im Herbst möglicherweise wieder ändern», meint Zinggeler Fuhrer, die auch Vizepräsidentin des Verbandes der Haus- und Kinderärzte Schweiz ist.
Mehr Infekte, mehr Tests
Egal, ob ein Kratzen im Hals oder «nur» eine Erkältung: Es ist anzunehmen, dass viele Eltern im Herbst und Winter häufiger einen Kinderarzt aufsuchen werden, als noch vor der Corona-Pandemie. Gerade bei Kleinkindern liegen Infekte an der Tagesordnung; im Durchschnitt macht jedes Kleinkind sechs bis acht pro Saison durch. Es schleppt sich in der Winterzeit quasi von Infekt zu Infekt.