Die Casa Carigiet könnte gerettet werden
Die intensiven Vorarbeiten des Luzerner Kulturmanagers Thomas Imboden – ein Neffe des Truner Künstlers Matias Spescha – tragen Früchte: In Chur konnte Ende letzter Woche der Förderverein Trun Cultura aus der Taufe gehoben werden. Er bezweckt Erhalt und Vermittlung des kulturellen Erbes von Trun, aber auch den Erwerb von Liegenschaften, um diese Vermittlung zu gewährleisten, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Im Fokus stehen dabei zwei denkmalgeschützte Gebäude: die Casa Desax und die letzten Februar einem Brand zum Opfer gefallene Casa Carigiet, das Geburtshaus von Alois und Zarli Carigiet. Dieses Gebäude habe zwangsläufig Priorität, erklärt Trun Cultura, ziere es doch seit einem Jahr als «traurige Brandruine den Dorfeingang» und verlange nach einer dringenden Lösung, damit die Bausubstanz nicht weiteren oder unwiederbringlichen Schaden nehme. Konkret beabsichtigt der Verein, das Haus von der Eigentümergemeinschaft zu erwerben. Ausserdem hat der Vorstand bei einem Fachausschuss eine Machbarkeitsstudie zu Erwerb, Wiederaufbau und Nutzung des Hauses in Auftrag gegeben. Während für den Kauf laut Vorstandsmitglied Lisa Schmidt-Candinas rund 250 000 Franken nötig sind, dürfte die Studie bis zu 120 000 Franken kosten, es besteht also ein erster Finanzbedarf von 370 000 Franken. Die Hilfe von Förderern, Gönnern und kulturell interessierten Kreisen wird nun gesucht.
Das Präsidium des Vorstands teilen sich Alois Carigiets Tochter Domenica und Zarli Carigiets Sohn Toni, im Gremium sitzen aber auch Casa-Desax-Eigentümerin Susanne Hollenstein, Carigiet-Enkelin Seraina Fanger und Matias Speschas Tochter Venice. Mit Schmidt-Candinas ist zudem auch die Stiftung Ogna involviert; die Gemeinde und die Stiftung Cuort Ligia Grischa klären ihr Mitwirken noch ab.
Gesamtpotenzial miteinbeziehen
Schmidt-Candinas koordiniert zudem den Fachausschuss, dem Kulturmanager Imboden, der Bündner Denkmalpfleger Simon Berger, die Ausstellungsgestalter Remo und Carmen Derungs Gasser, Werber Kajo Bächle und Peter Fischer angehören, der frühere Leiter des Zentrums Paul Klee. In seine Überlegungen miteinbeziehen soll der Ausschuss das ganze kulturelle Potenzial von Trun. Der Verein möchte laut Mitteilung besonderes Augenmerk auf die Kunst- und Kulturschaffenden aus dem Dorf legen – speziell auf die Mitglieder der Familien Carigiet und Spescha.