Das erste Gaswerk in Davos
Ab 1840 entstanden in der Schweiz die ersten Gasfabriken. Erst ab 1880 bekam das Gas dann Konkurrenz durch die Elektrizität. So waren beide Energiearten über manche Jahre nebeneinander im Gebrauch. Verfügbarkeit und Preis waren wichtige Faktoren und sind es heute noch.
Für die Beleuchtung waren Petroleumlampen, für die Wärme Holz- und Kohleheizungen im Gebrauch. Der Wunsch nach hellerem und wartungsfreiem Licht, hauptsächlich für die Strassenbeleuchtung, war aber vorhanden. So erstaunt es nicht, dass der Besitzer des Kurhauses (heute Hotel Europe), der Davoser Hotelpionier W. J. Holsboer, die Firma Gebrüder Sulzer in Winterthur beauftragte, ein Gaswerk zu bauen. Es sollte Leuchtgas herstellen, um damit die Strassenlaternen vor dem Kurhaus und in der näheren Umgebung zum Leuchten zu bringen. Als erster Standort für das Gaswerk war eine Parzelle in der Nähe der Kirche St. Johann vorgesehen, die Opposition dagegen war aber so stark, dass ein neuer Platz für das Werk gefunden werden musste. Auf seinem eigenen Grund, an der heutigen Tobelmühlenstrasse (unterhalb Hotel Central), konnte dann auf freiem Feld gebaut werden. Ab 1875 wurde dort Gas produziert, und die Promenade vor dem Kurhaus erstrahlte im neuen Licht der Gaslaternen. Gegen die Einführung einer allgemeinen Strassenbeleuchtung im ganzen Kurort war der Widerstand in der Gemeinde zu gross. Viele Hoteliers hegten die Befürchtung, dass die Gäste abends ausgehen könnten, um bei der Konkurrenz etwas zu konsumieren.
Zwar bejahte der Kurverein 1880 die Wünschbarkeit einer grösseren Strassenbeleuchtung und stellte auch eine finanzielle Beteiligung in Aussicht. Ein Jahr später verweigerte er die Beteiligung und sprach sich dafür aus, dass die öffentliche Beleuchtung Privaten überlassen werden sollte. Bereits 1893 wurden die Gaslampen durch die elektrische Strassenbeleuchtung ersetzt.