Cannabis – Heilpflanze und Rauschmittel
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts waren spezielle Cannabissorten mit ihren rund 400 verschiedenen Inhaltsstoffen aufgrund ihrer entkrampfenden, angstlösenden und entzündungshemmenden Wirkung in vielen Medizinpräparaten weit verbreitet.
In einigen Hanfsorten ist das psychoaktive Cannabinoid Delta-9-Tetrahydrocannabinol, kurz THC, höher konzentriert. Laut Schweizer Gesetz gilt ein Hanfprodukt mit einem THC-Gehalt von über ein Prozent als Betäubungsmittel. Der Handel und Anbau ist strafbar, der Konsum wird üblicherweise mit 100 Franken gebüsst. Cannabis ist in der Schweiz und weltweit die am häufigsten konsumierte illegale Droge.
Die Wirkung des Cannabis
THC ist für die Rauschwirkung des Drogenhanfs (auch Marihuana, Gras oder «Weed» genannt) verantwortlich. Als Joint geraucht oder in Hasch-Keksen gegessen, gelangt das THC über den Blutkreislauf von der Lunge oder dem Magen-Darm-Trakt ins Gehirn, wo es seine biochemische Wirkung entfaltet. THC wirkt auf die Stimmung, die Wahrnehmung und das Verhalten. Die Folgen sind ein verändertes Bewusstsein, Lach- und Rededrang, intensive, euphorische oder negative Gefühle, Entspannung, aber auch längere Reaktionszeiten (besonders gefährlich im Strassenverkehr), Müdigkeit und Antriebslosigkeit, eingeschränkte Merkfähigkeit und Konzentrationsschwäche, bei hohen Dosierungen bis hin zu Desorientierung, Verwirrtheit und Angstzuständen.
Folgen vor allem für junge Menschen
Das Gehirn von Jugendlichen befindet sich noch in der Entwicklung, es passieren wichtige neurologische Umbauprozesse. Chronisch hoher Konsum im Jugendalter beeinflusst die sich entwickelnde Hirnstruktur und kann die Lernfähigkeit und kognitive Leistungsfähigkeit längerfristig beeinträchtigen. Ebenso ist es möglich, von Cannabis sowohl körperlich wie auch psychisch abhängig zu werden. Die verbreitete Sorge, dass Cannabis eine Einstiegsdroge für härtere Drogen sei, ist wissenschaftlich hingegen nicht bestätigt. Ein hoher Cannabiskonsum wird auch in Verbindung mit psychischen Problemen gebracht, ob als Folge oder als Ursache, ist jedoch meist unklar. Cannabiskonsum kann die Entwicklung von Psychosen und Schizophrenie begünstigen, allerdings muss dafür eine genetische Vorbelastung bestehen.