Kult-Partyreihe am Ende: Das Bar&Pub in Tuggen ist bald Geschichte
von Silvia Gisler
Mit rund einem Dutzend Bars in einem Zirkuszelt samt Bühne begann die 20-jährige Geschichte des Bar&Pub in Tuggen im Jahr 2003. Das in der Region damals noch eher unbekannte Konzept schlug ein wie eine Bombe. Die Partys waren legendär, der Besucherandrang gross, die Stimmung ausgelassen und ja, der Alkohol floss meist in Strömen. Die Partyreihe war auch bei Glarnerinnen und Glarnern dank des kurzen Anfahrtsweges sehr beliebt.
Nach drei Jahren wird statt ins Zirkuszelt in die grosse Halle auf dem Areal geladen. Einlass gibts nur noch ab 18 Jahren, die Anzahl Bars bleibt etwa gleich. Weil die Partys schon derart «trendy, berühmt und berüchtigt» sind, versucht man trotzdem irgendwie reinzukommen. Notfalls mit gefälschten oder ausgeliehenen Ausweisen – selten mit Erfolg. Denn: Zu dieser Zeit kommen viele Partygäste jeweils schon früh, die Halle ist mit 3000 bis 3500 Gästen schnell sehr gut gefüllt. In den Jahren 2009 und 2010 macht die Partyreihe negative Schlagzeilen. Aufgrund von Schlägereien kam es zu Polizeieinsätzen. Resultat: einige Verletzte und viel Kritik von Besuchern und natürlich den Medien. Trotzdem gingen die Partys weiter.
Bar&Pub – die Party des Jahres?
Als junge Erwachsene war es damals fast so etwas wie «ein Muss», mindestens einen Abend pro Partyreihe am Bar&Pub zu sein. Entsprechend wird noch heute erzählt, wie geflirtet, geknutscht, getrunken und getanzt wurde. Viele werden sich auch noch erinnern, dass der Weg zu den WCs stets ein Kampf, die Hitze vor der Bühne unvergleichlich, die Anmachen je später der Abend umso billiger waren. Es gehörte dazu – und irgendwie mochte man das ganze Drumherum ja auch. Dank «Nez Rouge» und später «Be my Angel» war auch der Heimweg ohne Trunkenfahrt möglich, für Nichttrinker gar lukrativ.
Zum absoluten Rekordjahr wurde 2013. Mit fünf House-Abenden haben die Organisatoren damals den Puls der Zeit getroffen. Was zieht, war aber oft schwierig einzuschätzen. Mal waren es Rockmusik und lokale Bands, dann waren diese plötzlich «out». House kam auf, ehe dieser zwischenzeitlich von Party-Schlager abgelöst wurde.