Bärlauch – Gesunder Frühlingsbote
Der Bärlauch ist in weiten Teilen Europas heimisch und fühlt sich vor allem in schattig-feuchten Laub- und Mischwäldern sehr wohl. Feuchte Böden mag er dabei besonders. Hier breitet er sich gerne flächig aus und bildet riesige Teppiche.
Im Frühling ist der Bärlauch – auch wilder Knoblauch genannt – von etwa Anfang März bis Mai zu finden. Zuerst recken sich seine seidigen grünen Blätter aus dem Waldboden empor, danach entwickeln sich die weissen, doldigen Blüten. Die Blätter liefern viele Vitamine und Mineralstoffe, die für einen gesunden Organismus unerlässlich sind. Vitamin A in Form von Beta-Carotin, Eisen, Kalium, Vitamin B1, B6. Mangan, Magnesium, Calcium, und Phosphor. Bärlauch liefert dreimal so viel Vitamin C wie Orangen. Die gesundheitliche Wirkung des Bärlauchs verdankt dieser aber auch den sekundären Pflanzenstoffen. Inzwischen sind davon rund 30 000 entdeckt worden. Manche wirken zum Beispiel antibakteriell oder antiviral, andere entgiftend, krebshemmend und immunstärkend und wieder andere anregend auf das Verdauungssystem. Gerade die Schwefelverbindungen sind wissenschaftlich sehr interessant. Bärlauch weist dabei je nach Erntezeitpunkt oft denselben Schwefelgehalt wie Knoblauch auf. Schwefel wirkt entgiftend, ist am Aufbau vieler Proteine und Enzyme beteiligt und sorgt für bewegliche Gelenke, da er entzündungshemmend und abschwellend wirkt sowie zeitgleich weiteren Knorpelabbau verhindert. Aber auch für die Insulinproduktion und ein funktionstüchtiges Immunsystem wird Schwefel benötigt. In der Zeit vor der Blüte ist der Schwefelgehalt im Bärlauch am höchsten. Darum sollte man ihn am besten sammeln, bevor er aufblüht.
Achtung Verwechslungsgefahr
Bei der Bärlauch-Ernte sollte man jedoch auf ähnlich aussehende Pflanzen achtgeben. Besonders die giftigen Maiglöckchen ähneln dem Bärlauch sehr. Aber auch die Herbstzeitlose oder der Aronstab (beide ebenfalls giftig) könnten von Menschen, die sich in der Botanik nicht so gut auskennen, mit dem Bärlauch verwechselt werden. Zur Unterscheidung von Bärlauch von seinen giftigen «Doppelgängern» ist auf seinen knoblauchartigen Geruch zu achten. Hat man allerdings bereits ein paar Bärlauchblätter geerntet, haftet der Knoblauchgeruch an den Händen und stellt kein sicheres Unterscheidungskriterium mehr dar.