Auch ohne WEF war die Armee in Davos
Gegenüber der DZ hielt Armeesprecher Daniel Reist im Dezember – kurz nach der WEF-Absage – Folgendes fest: «Zur Entlastung der aktuellen Pandemiesituation hat die Armee mit Absage des WEF-Jahrestreffens entschieden, die Wiederholungskurse eines Teils der Truppe, welche für einen WEF-Einsatz vorgesehen waren, zu verschieben. Dies betrifft insbesondere die Formationen der Luftwaffe und der Militärpolizei. Diese Formationen werden ihren Dienst am Verschiebedatum des Jahrestreffens des WEF leisten. Es wurden keine Dienstleistungen abgesagt.» Weitere Truppen würden ihren Dienst gemäss Planung leisten.
Wie geplant im Dienst war das Bündner Gebirgsinfanteriebataillon 91. Es war ab dem 3. Januar im Raum Prättigau-Domleschg-Albulatal im Einsatz. Teil dieses Bataillons ist die Kompanie 91/1. Diese war bis Ende letzter Woche in Davos Wiesen und in Alvaneu stationiert. Die DZ durfte auf einen Augenschein vorbeigehen.
Ausbildung war angesagt
Nicht nur für die Truppe, auch für die Anwohnenden sei dieser WK ein aussergewöhnlicher gewesen, erklärt Kompaniekommandant Nicolas Fischer im Gespräch. «Für die Region ist es etwas Aussergewöhnliches, wenn während zwei Wochen jeden Morgen zwölf Panzer in Richtung Tiefencastel fahren», erklärt der Hauptmann. Anstatt in Davos Wache zu stehen, ging es nun halt zur Ausbildung nach Chur. Man habe bereits im November die Möglichkeit gesehen, dass das WEF nicht durchgeführt werden könnte, und habe im Rahmen einer Eventualplanung andere WK-Programme erarbeitet. Bei den in Wiesen und Alvaneu stationierten Truppen sah der Alltag sodann folgendermassen aus: Nach der Tagwache um 5.30 Uhr und dem Antrittsverlesen um 7 Uhr verschob man in die Bündner Hauptstadt, um sich der klassischen Infanterieausbildung zu widmen. «Dabei wurde die Grundbereitschaft wiederhergestellt sowie der Umgang mit der persönlichen Waffe und Handgranaten repetiert». Mit den Panzern ging es nebst nach Chur auch ins Rheinwald, um den Umgang mit diesen Kolossen zu üben.