Ein Teil davon sein – trotz Beeinträchtigung
von Jasmin Klucker
Die Ruhe nach dem Sturm ist eingekehrt. Und gleichzeitig ist es auch, die Ruhe vor dem Sturm. Nein, besser gesagt vor dem Sommer, in dem Davos Klosters erneut freudige Touristinnen und Touristen empfängt. Menschen, die den Bergen so nah wie möglich kommen möchten. In dieser wunderschönen Bergwelt ist das definitiv möglich, das ist klar. Jedoch nicht für alle von uns. Menschen mit körperlichen Einschränkungen können die Berge oft nur aus der Ferne betrachten. Der Wunsch, ein Teil davon zu sein, bleibt oft nur ein Wunsch. Doch das Verständnis für einen solchen Wunsch ist grösser geworden, insbesondere in Davos Klosters mit dem Projekt «Access unlimited», das zum Ziel hat, ein durchgehend barrierefreies Angebot in der Destination Davos Klosters anzubieten – von der Anreise über die Unterkunft bis zu tollen Events. In einem Gespräch mit Grossrätin und Regionalentwicklerin Valérie Favre Accola wird klar, dass es nicht immer einfach war. Die Erkenntnis allein reicht nicht aus. «Es ist ein Prozess», sagt sie. Das Ganze begann mit einem Regionalentwicklungsprojekt, das abgeschlossen ist. Barrierefreiheit ist aber weiterhin ein Thema. Diese erleichtert Menschen den Alltag, ermöglicht ihnen aber auch Freizeitaktivitäten in der Destination. «Es profitieren nicht nur die Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern wir alle», sagt Valérie Favre Accola.
Der Prozess ist sehr zeitintensiv und aufwendig
Ein Prozess erfordert immer eine gewisse Planung. Die bereits bestehende Grundinfrastruktur von Davos Klosters musste von Grund auf überprüft werden, um zu erkennen, wo Verbesserungen erforderlich sind. So können nicht nur Menschen im Rollstuhl die verschiedenen Angebote nutzen, sondern auch solche mit Sehbehinderungen oder Gehörlosigkeit. «Es müssen nicht immer sichtbare Einschränkungen sein. Es können auch autistische Menschen sein, die auf alternative Angebote angewiesen sind, um sich in dieser Region wohlzufühlen», so die Grossrätin. Information ist hierbei ein wichtiger Punkt. Gäste, welche auf Barrierefreiheit angewiesen sind, informieren sich bereits vor der Buchung umfassend darüber, ob die Destination über barrierefreie Angebote wie Hotels, Restaurants, Sportanlagen oder Erlebnisangebote verfügt. Aus diesem Grund ist die Kommunikation zwischen den Kundinnen und Kunden sowie den Auskunftspersonen in der Destination besonders wichtig. Das Zusammenspiel zwischen Gemeinden, welche für barrierefreie öffentliche Infrastrukturen zuständig sind, den touristischen Dienstleistern, welche barrierefreie Erlebnisangebote realisieren und der Destination, welche schlussendlich für die Kommunikation zuständig ist, muss gut abgestimmt sein.