In Graubünden kann man so gut essen wie noch nie
Am ersten Montag im November sind die Köche der Schweiz immer besonders nervös. Denn dann werden die Noten verteilt. Der Gault Millau erscheint. Es ist der Führer, der zuverlässig und in grosser Breite die Adressen für gutes Essen hierzulande aufspürt. Seit mittags um 12 Uhr ist nun bekannt, welche Restaurants aufgenommen wurden, wieviele Punkte sie erhalten haben, und welche Köche noch besonders ausgezeichnet wurden.
Der Titel «Koch des Jahres», den im letzten Jahr Mitja Birlo vom Restaurant «7132 Silver» in Vals erobert hatte, geht diesmal nicht nach Graubünden. Dafür kann sich Benoît Carcenat vom Hotel «Valrose» in Rougemont im Waadtland freuen. Dort findet am Montag dann auch die traditionelle Feier zur Preisverleihung statt. Dabei ist der Bündner Starkoch schlechthin, Andreas Caminada vom «Schloss Schauenstein» in Fürstenau, einer der sechs Vertreter der Top-Liga im Lande mit 19 Punkten, dem Maximum, das man erreichen kann. Präsentiert werden dabei jeweils auch die speziell ausgezeichneten «Aufsteiger des Jahres». Doch auch in diese Ränge hat es diesmal ausnahmsweise kein Bündner geschafft.
«Epoca» in Flims, «Alte Torkel» in Jenins oder «La Brasera» in San Vittore sind Aufsteiger
Was nicht bedeutet, dass die Köche im Kanton nachgelassen hätten, oder das Leistungsniveau stagniert. Im Gegenteil. Besonders viele Restaurants, nämlich 11 der insgesamt 82 gelisteten Adressen, konnten an Punkten zulegen. Dazu gehört etwa das «Epoca by Tristan Brandt» im «Waldhaus Flims» mit neu 17 Punkten. Thomas Fritsche, der im «Oz» in Caminadas Fürstenauer Reich kocht, schaffte es gar mit rein vegetarischen Gerichten zu 16 Punkten. Neben einigen Gourmetadressen in St. Moritz, haben aber auch bodenständige Betriebe ihre kulinarischen Ambitionen erfolgreich umgesetzt, wie etwa der «Alte Torkel» in Jenins mit neu 14 Punkten oder «La Brasera» in San Vittore mit ebenfalls neu 14 Punkten.