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Diese Musiker überzeugen Graubünden

Ihr habt in unserem Online-Voting entschieden, wer in drei der vier Kategorien den Bündner Music Award nach Hause nehmen darf. In der vierten Kategorie kürte Hollywood-Regisseur Marc Forster einen Sieger.

Kristina
Schmid
Samstag, 18. April 2020, 04:30 Uhr Bündner Music Award

Die Bündnerinnen und Bündner haben entschieden: Ihre Liebe gehört Pascal Gamboni, Kaufmann und Mischgewebe. Sie sind die Gewinner des Bündner Music Award, der inzwischen zum dritten Mal von der «Südostschweiz»-Medienfamilie verliehen wird. Von den mehr als 12’000 Stimmen, die im Online-Voting abgegeben worden sind, konnten sie die meisten für sich gewinnen. Pascal Gamboni erhält für sein Album «Everybody wants the honey» den Award «Künstler des Jahres», Kaufmann gewinnen zum zweiten Mal infolge den Award «Song des Jahres», und das Duo Mischgewebe holt sich den Award «Newcomer des Jahres».

Die Sieger nahmen die Awards gestern im Medienhaus der Somedia in Chur entgegen. Erstmals wurden die ­Gewinner aller Kategorien mit einem Preisgeld von jeweils 1000 Franken bedacht. Damit möchte ­Somedia die ­hiesige ­Musikszene ­gerade in ­diesen ­Zeiten wegbrechender Einkünfte unterstützen.

Rätoromanen vorne

Im vergangenen Jahr war es Mattiu Defuns, der zum Sieger gekürt wurde. Heuer ist es erneut ein Musiker, der seine Songs auf Rätoromanisch zum Besten gibt: Pascal Gamboni. Er hat sich mit fast doppelt so vielen Stimmen gegen Gimma und Malenco in der Kategorie «Künstler des Jahres» durchgesetzt.

Gewinner in dieser Kategorie zu sein, fühle sich an wie ein grosser ­Applaus, meinte Pascal Gamboni bei der Preisübergabe. «Das tut gut – in der aktuellen Situation umso mehr.» Er verfolge als Solo-Musiker seit zehn ­Jahren kompromisslos den Weg, den er für gut befände. «Dieser Preis ist nun eine schöne ­Bestätigung dafür.»

Der zweite Sieg

Bereits im vergangenen Jahr konnten Kaufmann den Award in der Kategorie «Song des Jahres» nach Hause nehmen. Die Geschichte wiederholt sich. Konnte die Churer Band beim letzten Mal mit «Lisa» die meisten Stimmen für sich gewinnen, so hat sie es in diesem Jahr mit «Blau» geschafft. Auch Kaufmann konnte mehr als 50 Prozent aller abgegeben ­Stimmen in dieser Kategorie auf sich vereinen.

«Wir sind überwältigt von diesem Sieg», verriet Reto Kaufmann, der Kopf der Band. Sie seien den vielen treuen Fans extrem dankbar, dass sie sich an der Abstimmung beteiligt hätten. 

Duo kommt an

Im vergangenen Jahr lachte das Duo Anatina strahlend in die Kamera, als es zum Gewinner des «Newcomer des Jahres» gekürt wurde. Auch in diesem Jahr geht der Award an ein Duo. Das Duo Mischgewebe. Melanie Danuser und Bill Bühler konnten nicht nur das Publikum beim letztjährigen BandXost für sich gewinnen, auch beim Bündner Music Award holen sie nun die meisten Stimmen bei den Bündnerinnen und Bündnern.

Es sei das Schönste, wenn man merke, dass die eigene Musik bei den Leuten ankomme, erklärte Danuser bei der Preisübergabe. Dies sei vor ­allem in der momentanen Lage aufmunternd. «Wir mussten im April über zehn Konzerte ­absagen – gerne ­hätten wir diese Auftritte genutzt, um unser Album zu promoten.»

Wenn Hollywood mitredet

In einer Kategorie konnte das Publikum aber nicht entscheiden, wer den Award nach Hause nehmen darf. Und zwar in der Kategorie «Musikvideo des Jahres». Vier Videos, die nicht unterschiedlicher sein könnten, waren in dieser Kategorie nominiert. Vier Videos, die allesamt den Sieg verdient hätten. Und vier Videos, die sich kein Geringerer als Hollywood-Regisseur Marc Forster angesehen hat.

Forster hat sich als Regisseur von zahlreichen Kino-Hits einen Namen gemacht. Er führte unter anderem Regie bei «Wenn Träume fliegen lernen» mit Johnny Depp und Kate Winslet in den Hauptrollen, dem James-Bond-Film «Ein Quantum Trost» sowie bei «Machine Gun Preacher». Nun hat er sich entschieden: Er kürte das Musikvideo zum Song «Hakuna Matata» von Sandro Dietrich zum Sieger. Regisseur des Videos ist Julian M. Grünthal.

«Es ist ein spezielles Musikvideo», schreibt Regisseur Marc Forster in seiner Siegerehrung. «Im Video wird die ganze Menschheitsgeschichte in fünf Sekunden gezeigt. Dafür fuhr ein Auto mit 80 Stundenkilometer an über 100 Statisten vorbei, die im richtigen Moment einstudierte Bewegungen machen mussten. Schliesslich wurde das Video verlangsamt. So wurden aus einer fünf Sekunden Filmsequenz dreieinhalb Minuten. Musik und Film ergänzen sich so sehr gut.»

Er habe mit Grünthal den perfekten Regisseur gefunden, um solch eine verrückte Idee umzusetzen, ­betonte Dietrich im Medienhaus. Er freue sich, dass das Resultat nun auf Anklang gestossen sei. 

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